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Der Roman „Angmar“
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Der Untergang Númenors
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Zeittafel




Die Reise im grauen Gebirge
Monate nach der vollendeten Prüfung war es dann soweit. Eines Tages durfte sich Allsiand ganz offiziell mit den schwarzen Elbenpferden bekannt machen. Der Fürst der Waldelben gestattet es ihr sich die Stallungen in aller Ruhe anzusehen und Valinor und seine Mutter zu striegeln. Sie konnte nicht genug davon bekommen die Tiere sehr sorgfältig zu pflegen und zu füttern.
Während sie dies tat, bemerkte Allisiand nicht, dass sich hinter ihr draußen vor der Stalltüre die Elben versammelt hatten und sich das Treiben ganz im Stillen anzusehen. „Ich bin mir sicher, sie haben sich nun endlich gefunden,“ stellte einer der jüngeren Elben fest.
Der Fürst der Waldelben hindessen beriet sich mit Legolas und dem Ältesten. „Es ist soweit,“ meinte der Älteste der Elben.
Der Fürst nickte nur stumm. Er wies Legolas an, das Sattelzeug für den Hengst zu holen, damit sich Valinor und Allisiand vertraut machen könnten.
An diesem Tage ging ein Traum in Erfüllung und so unternahm sie einen langen Ausritt in den Wald. Spät am Abend kehrte sie zurück zu den Stallungen und versorgte die Tiere, ehe sie sich in ihr Gemach begab.
Für die Elben war inzwischen klar geworden, dass nur Valinor der Begleiter für die Reise sein konnte und musste, auf welche sich Allisiand nun in der nächsten Zeit begeben würde.
Es würde eine harte und manchmal auch beschwerliche Reise werden.


In den nachfolgenden Tagen unternahmen Allisiand und Valinor immer öfter längere Ausritte, um sich miteinander vertraut zu machen.
Dann endlich, zwei Wochen später, war es soweit. Sie bekam etwas Proviant und Kleidung, eingehüllt in eine große wärmende Decke aus Tierfellen. Am Abend vor der Abreise verabschiedete sie sich vom Elbenfürst und den anderen Waldelben. “Sei stets auf der Hut, auf deinem langen Weg nach Hause,“ warnte der älteste der Elben.
Nur Legoals erklärte sich noch hilfreich bereit, ihr als Gefährte auf dem Weg zu begleiten. Zumindest ein Stück weit bis zur Grenze an der die Welt der Menschen beginnen sollte.
Legolas lies sich ein schneeweißes Pferd, einen Schimmelhengst, aus den Stallungen aufsatteln, ehe es nach dem Bepacken der Tiere endlich losging. Sie ritten und ritten, Tage um Tage, bis sie eines frühen Morgen jene Grenzen des grauen Gebirges erreicht hatten.
Nebel hing wie ein Schleier über und zwischen den Bergen. Eine seltsame Ruhe lag in der Luft. „Laß uns einen sicheren Platz um Rasten suchen,“ meinte Legolas, als plötzlich ein lautes Brüllen wie aus einem riesenhaften Bronzerohr aus den Tiefen der Bergtäler nach oben zu den Reitern drang. Plötzlich erschraken die Reittiere unter ihren Reitern und bäumten sich auf. Allisisand und auch Legolas hatten Mühe sie zu beruhigen, als plötzlich ein erneutes Brüllen zwischen den Bergen erschallte. Gerade als die beiden mit ihren Pferden ein Versteck aufsuchen wollten, tauchte unter ihnen aus dem Tal ein riesenhafter grauer Drache auf. Sein ganzer Körper war mit Schuppen wie aus Metall gepanzert. Allisiand flüsterte ins Valoriens Ohr: „Bleib ruhig!“
Er hielt inne und gehorchte ihr. Wie versteinert bleiben sie da, wo sie gerade verharrten. Jener Drache hier gehörte zur Art der Uroloki, sogenannten Feuerdrachen. Mit ihrem feuerspeienden Atem zerstören sie alles, was sich ihnen in den Weg stellt. Es wurde erzählt, wie im ersten Zeitalter der Sonne Morgoth, der dunkle Feind, sich selbst in den Höhlen Angbands versteckte um seine Meisterwerke mit Feuer und Zauberei ausgestattet haben soll. Er schuf dann im Laufe der Zeit drei Arten. Große Schlangen, die sich schlängelnd fortbewegen und sogar auf zwei Beinen gehen konnten, um dann mit ihren Flügeln, die denen der Fledermäuse ähnelten, sich in die Lüfte zu erheben. Unter diesen Arten gibt es zusätzlich zwei Typen: Zum einen die Kaltdrachen, sie kämpfen nur mit Zähnen und Klauen. Der Urolki, Feuerdrache, stellte den zweiten Typ dar.
Legolas erstarrte wie zu Stein als er den Drachen erblickte. Er wusste nur zu gut, dass diese Tiere einen der Hauptfeinde für Elben, Menschen und auch für die Zwerge darstellten. “Du musst wissen, die Intelligenz der Drachen ist ungemein bekannt. Sie lieben es, einem Rätsel zu stellen. Drachen sind so etwas wie alte Schlangen deshalb sind sie so intelligent,“ erklärte Legolas Allisiand.
„Komm, lass uns verschwinden, ehe er uns entdeckt,“ meinte er nur verunsichert. Doch Legolas wusste, dass es aussichtslos war, denn es war ohnehin bekannt, dass keinem Drachenauge und keinem Drachenohr irgendetwas entgehen konnte. Sie waren in der Lage, schon das leiseste Atmen zu vernehmen. Jetzt schien es, als sei es um die beiden geschehen, denn der Drache flog nun direkt über ihnen und sah mit seinen rubinroten Augenbällen auf die Reiter herab. Mit aufgerissenen Augen starrten sie das Tier an. Plötzlich verspürte Allisiand eine ihr unbekannte und zugleich unheimliche starke Kraft die ihren Willen zu brechen schien. Sie konnte und wollte aus irgendeinem Grund nicht mehr weiter. Sie saß einfach nur auf Valoriens Rücken im Sattel, starrte in die Richtung des Drachengesichts und flüsterte wie von Sinnen: „Ich weiß nicht, warum ich hier bin, ich kann nicht mehr.“
Kurz danach sackte sie in ihrem Sattel zusammen. Valinor schien ebenfalls wie an seinem Platz gefesselt und konnte sich nicht fortbewegen. Legolas erkannte plötzlich die Gefahr, die von den Augen des Drachens ausging und schrie fassungslos: “Nein, ,nein! Du darfst jetzt nicht aufgeben, denk an deine Kraft, hab Selbstvertrauen!“ Allsisiands Körper war von der Macht der roten Drachenaugen wie gefesselt, doch sie versuchte alles, um sich dagegen zu wehren. Legolas trieb sein Pferd an in die Richtung Allisiands. Er hatte selbst unglaubliche Mühen dies zu bewältigen, denn in der Zwischenzeit war etwas von der Zauberkraft der Drachenaugen auch auf seinen eigenen Willen übergegangen. Lelgolas wusste nur zur gut, dass diese Art von Drachen für Elben wie ihn zur größten Gefahr werden könnte. Jeder fürchtete sie. Er aber wollte nur das Leben seiner besten Freundin retten und so schaffte er es, sich von der bösen Macht des Drachen zu befreien. Er ritt auf seinem Pferd, hinunter in Allisiands Richtung, die immer noch wie betäubt auf ihrem Pferd saß. Valorien versuchte sich ebenfalls der Macht der Drachenaugen zu erwehren. Er machte Anstalten sich rückwärts aus dem Sichtfeld des Drachen zu bewegen. Rechtzeitig kam Legolas auf seinem Pferd zu Hilfe und zog Valorien am Zügel hinter sich her, in ein Versteck hinter einen der vielen Felsen. Plötzlich erschallte zwischen den Bergen zuerst ein Laut, den er nur als ein heiseres, aber tiefes, böses Lachen erkennen konnte. Es handelte sich um ein Lachen welches tiefer klang als der tiefste Brunnenschacht. Es war so machtvoll, dass selbst der Boden, ja sogar die Berge um die vier herum zu erzittern begannen. „Was gibt es da zu lachen?“ fragte sich Legolas flüsternd, als Allisiand wieder zu sich kam.
„Was, was ist passiert?“ fragte sie Legolas als sie sich mit ihren Händen die Augen rieb und sich im Sattel wieder aufrichtete. Wieder bebte die Erde. „Warte hier,“ wies sie Legolas mit leiser Stimme an.
Er wollte sich umsehen, um den Weg für die Weiterreise zu sichern. Vorsichtig schlich er sich geduckt hinter dem Versteck hervor und sah sich vorsichtig um. Stille hatte sich breit gemacht, das tiefe Lachen des Drachen war verstummt. Er kehrte scheinbar erleichtert in das Versteck zurück und so machten sie sich erneut auf den Weg, die tiefe Bergschluchten hinab. Gerade als sie eine Biegung um einen großen Hügel ritten, vernahmen sie zu ihrem Erschrecken ein grausames tiefes ,leises aber zugleich auch rohes Flüstern eines Drachen: „Noch einen Schritt weiter und ich reiße euch in Stücke, ihr wisst, ich habe euch schon lange gerochen und weiß, wo ihr steckt,“ zischte er höhnisch. Plötzlich erhob sich über den Gefährten hinter dem Hügel ein Urokli Feuerdrache. Mit seinen mächtigen Flügeln erhob er sich in die Lüfte und ließ einen gellenden Schrei vernehmen. Allisiand und Legolas mussten sich erneut ein Versteck suchen. So gallopierten sie auf ihren Reittieren immer tiefer in die Landschaft des grauen Gebirges. Regen hatte eingesetzt. „Er wird uns doch einholen. Wenn wir jetzt kein Versteck finden oder ihn abhängen können sind wir alle verloren,“ bekam sie zu hören.
In der Sprache der Elben treiben beide ihre Reittiere zu noch mehr Tempo an. Valorien gab sich alle Mühe seine Reiterin bei diesem hohen Tempo sicher durch die Berge zu tragen. Der Regen war es dann auch der den beiden ihr Leben schenkte. Drachen mieden bekanntlicherweise Wasser und so zog sich dieser rechtzeitig in seine Höhlen zurück. Je tiefer sie in das graue Gebirge eindrangen um so mehr verloren beide die Orientierung des Weges. In der Zwischenzeit war der Regen zu einem starken Schauer geworden. Die Reiter hatten ihre Kapuzen über ihre Köpfe gezogen.
Die Nacht verbrachten sie im Schutze einer Höhle kurz nach dem Ende der grauen Berge. Die Landschaft lag nun endlich hinter ihnen. Sie wussten nicht, dass sie ihre Reise bereits über die Men Rhuèn Straße in den Düsterwald geführt hatte. Es ist in Mittelerde geschichtlich hinterlegt, dass diese Straße einst der Hexenkönig von Angmar bauen ließ, um sicher und schnell von Carn Dùm vor dem grauen Gebirge hindurch zum Düsterwald zu gelangen. Die beiden Reisegeführten hatten also unbewusst diese Route genommen. Erschöpft schlugen sie also in einer dieser Waldhöhlen ihr Nachtlager auf. Zusammen aßen sie noch ein Stück Brot mit frischen Möhren, ehe sich beide in ihre Felle einhüllten. Das Feuer in der Höhle brannte mit der letzte Glut hinunter, als sie alle eingeschlafen waren. Der Regen hatte aufgehört, als die Nacht hereinbrach.
Früh am Morgen war Allisiand erwacht. Die Reittiere und auch Legolas schliefen noch tief und fest, als sie aus dem Eingang der Höhle trat. Die Sonne war bereits aufgegangen und kündetet einen schönen Tag an. Der Himmel war trotzdem mit einem Schleier aus Hochnebel verdeckt. Sie kehrte wieder in die Höhle zurück. Nun waren auch alle anderen aufgewacht. Legolas überlegte bereits, welche Route sie einschlagen würden. „Ich glaube wir müssen über die Mordorstraße, nicht war?“ erkundigte sich Allisiand etwas verunsichert.
Er nickte nur stumm. “Aber sei beruhigt, nicht ganz, sondern nur einen Teil, um dann einen anderen Weg in die Heimat deiner Eltern zu nehmen.“
„Ich denke, sie würden sich freuen Dich endlich nach so langer Zeit wieder zu sehen,“ fügte er noch schnell hinzu.
Allisiands Augen begannen zu glühen, als die Worte vernommen hatte. Sie nickte zustimmend mit einem Lächeln in ihrem lieblichen Gesicht. Wenig später bepackten sie ihre Reittiere und machten sich auf den Weg. Den ganzen Vormittag ritten und ritten sie. Ihr Weg führte sie vorbei an der Festung des Totenbeschwörers in Dol Guldur in die Nähe des Landes Mordors.

(Alessa)