Allgemein
Homepage | Aktuell | faq | Tolkiens Romane | Jacksons Verfilmung | Bilder | Musik | Spaß in Mittelerde | Links | Gedichte | Geschichten | Suchen in der website | Chat | Forum |
Gästebuch

Der Roman „Angmar“
Spielregeln | Romanvorgabe | Die Autoren | Eigennamen | Entwürfe (zeitlich) | Entwürfe (nach Personen) | Stand des Romans | Zeittafel

Der Untergang Númenors
Spielregeln | Romanvorgabe | Die Autoren | Eigennamen | Entwürfe (zeitlich) | Entwürfe (nach Personen) | Stand des Romans |
Zeittafel




Heimkehr nach Rohan
Tage waren vergangen seit Allisiand die Elben verlassen hatte, um ihre Reise zurück zu ihren Eltern anzutreten, denn von nun an galt es all ihren Mut zur Weiterreise unter Beweis zu stellen. Jener Besuch bei ihren Eltern in Rohan sollte nur eine Rast darstellen. Im innersten ihres Herzens freute sie sich auf die Heimkehr. Seit einiger Zeit überquerten sie eine steinige Berglandschaft mit weit zerfurchten Tälern. Sie erinnerte sich, hier mit ihrem Vater Aragorn auf Bregos Rücken unter klarem Himmel geritten zu sein. Das Wetter an diesem Tage jedoch war mehr als nur trübe. Es regnete aus den Wolken, was es nur konnte. Der Wind blies ihr und auch Legolas mit einer kühlen Brise ins Gesicht. Sie versuchte mit ihrer blauen Samtkutte ihr Gesicht ein wenig vor dem Wind und dem Regen zu schützen, indem sie sich diese mehr übers Gesicht zog. Lange waren sie so unterwegs, ehe der Regen endlich nachgelassen hatte und die Sonne es nach einem langen Kampf mehr und mehr durch die Wolken geschafft hatte. Vereinzelt waren blaue Lücken im grauen Himmel zu erkennen als Allisiand mit weit aufgerissenen Augen ihr Pferd Valorien zu traben aufforderte. Von einem Hügel aus rief sie Legolas zu sich und konnte ihre Freude nicht mehr halten: „Siehst du, mein Freund , wir haben es geschafft: ich bin zuhause!“
Er konnte die Freude in ihren Augen deutlich erkennen und so galoppierten sie geradewegs auf Rohan zu. Selbst Valorien spürte wie ihre Freude sich auf ihn übertrug und gab alles, was in ihm steckte und jagte im gestreckten Galopp bis vor die Tore Rohans.
Ein alter Greis der mit seiner Frau gerade vor seinem kleinen Gärtchen Bohnensamen pflanzte, erkannte sie beide und Allisiand vernahm nur noch beim Weiterreiten vorbei am Garten wie er seinen Sohn auf den Weg zum König sandte um die Heimkehr verkünden zu lassen. Im langsamen Schritt ritten sie auf ihren Tieren, vorbei an großen wie auch kleinen Häuschen, den Berg hinauf. Ein Bote aus dem Königshaus hatte die Botschaft bereits vernommen und empfing die Reiter. „Seid willkommen, ihr Weitgereisten, der König erwartet euch schon.“
Er wies sie an, ihm auf ihren Pferden zu folgen. Vor den Toren zum Königspalast stiegen sie von ihren Pferden „Bleib hier und warte auf mich,“ flüsterte Allisiand ihrem Pferd leise ins Ohr. Aufgeregt und stolz zugleich betraten sie hinter dem Boten die steinernen Stufen hinauf vor das große Holztor.
Es war das Jahr 3040 und Allisiand konnte es förmlich vorausahnen, dass sich hier nach all den Jahren ihrer Abwesenheit einiges verändert hatte. König war nun in jenem Zeitalter Eomer, den Allisiand bereits aus ihrer frühen Kindheit kannte. Sie freute sich auf dieses Wiedersehen.
Die Palasttore öffneten sich wie von selbst als der Bote mit den Reisenden davor trat. Im Thronsaal hatten sich bereits alle versammelt. Als sie die großen Hallen betraten, sah es zunächst jedoch so aus als würden sie hier irgendwie nicht an diesen Ort gehören, denn alle starrten sie mit weit aufgerissene Augen und Mündern fragend an. Legolas zuckte mit den Mundwinkeln in Allisiand Richtung.
„Allisiand sei gegrüßt und trete zu mir nach vorne,“ sprach die Stimme des Königs.
Er erhob sich von seinem Thron und kam langsam die Stufen zu den Reisenden hinunter. Noch immer lag völlige Stille im Thronsaal.
„Seid willkommen, ich bin König Eomer. Ich habe schon so lange auf euch gewartet. Wie du bereits an meinem Gesicht erkennen kannst, bin ich nicht mehr so jung wie zu deinen Kindertagen.“
Plötzlich löste sich die Stille und ein lautes Jubeln und Klatschen erfüllte den großen Thronsaal und seine Hallen. Der König nahm Allisiand und Legolas mit in die Mitte der versammelten Menge und es begann die große Wiedersehensfeier. Allisiand indes drängte es ihre Eltern wieder zu sehen. „Lasst mich zu meinem Eltern gehen , sie mussten so lange auf mich warten, wie auch Ihr.“
Der König lächelte und ging hinaus aus dem Saal. Überall tanzten die Menschen in Rohan. Sie lief den Weg mit Valorien hinter sich am Zügel nach Hause, welches etwas abseits lag. Als sie so geradewegs darauf zu lief, kam ihr ein Reiter entgegen. Er saß auf einem roten fuchsfarbenem Pferd. Gerade als er an ihr vorbeireiten wollte, hielt er sein Pferd an und staunte, jedoch sagte er kein Wort. Allisiand wusste jedoch, wen sie vor sich hatte. Der Mann hatte aschblondes kurzes Haar. In seinem ruhigen Gesicht erkannte sie die blauen Augen wieder. Sie lächelte nur und ging weiter auf das Haus ihrer Eltern zu. Der Mann jedoch sah ihr still und fragend hinterher. Sie stieg von ihrem Pferd und klopfte an die kleine Holztüre. „Wer ist da?“ fragte eine helle Stimme hinter der Türe.
Nun wurde die Türe von innen geöffnet. Eine kleinere Frau stand dahinter und konnte nicht fassen, was sie da sah. „Ich kann es nicht glauben, bist du wirklich gekommen. Sieh her, unsere Tochter ist heimgekehrt.“
Ein Mann mit grauem Haar, das er zu einem wirren Zopf gebunden hatte, erschien hinter der Frau, zunächst nur im Dunkeln, dann kam er vor die Türe. Tränen kullerten über seine rauen Wangen. „Allisiand ist heimgekehrt. Dass ich das noch erleben darf.“
Sie umarmten sich innig, ehe sie alle im Hause verschwanden und sich die kleine Holztüre hinter ihnen geschlossen hatte. Es gab viel zu erzählen. Später am Abend, als die Sonne bereits hinter den Bergen verschwunden war und der helle Vollmond am Himmel leuchtete, gesellte Allisiand und ihre Eltern sich zu jener Feier des Willkommens im Thronsaal des Königs. Es gab Wein und allerorts hatten die Bewohner Rohans Speisen bereitet, wie sie es seit langer Zeit nicht mehr gab. Früchte, Brote, ja sogar feines Gebäck, standen auf den Tischen, dargereicht in den schönsten Schalen und Gefäßen die Rohan zu bieten hatte. Die ganze Nacht sollte gefeiert werden. Gerade als sich Allisiand und Legolas an einem der großen Tische etwas zu Trinken holen wollten, wurde Allisiand gewahr, dass sich neben ihr eine bekannte Gestalt am Tisch eingefunden hatte.
„Du bist eine wunderschöne Frau geworden, es stimmt also, was sich alle hier erzählen.“
Verwundert wandte sie ihr Gesicht um. „Ja danke,“ gab sie nur zurück und nickte, ehe sie sich wieder dem Tisch zuwandte um sich einen Tonkrug mit Wein füllen zu lassen.
„Es ist lange Zeit her, dass wir uns das letzte Mal gesehen haben, damals warst du fast noch ein Kind.“
Sie war bereits auf dem Weg zurück zu König Eomer, als sie plötzlich inne hielt. „Ja, Ralfain, das ist wahr und es ist in dieser Zeit sehr vieles pasiert, wie du vielleicht bereits weißt,“ gab sie zu verstehen.
Sie erinnerte sich auch noch sehr genau, was zu jener Zeit vorgefallen war. Darum stellte sie ihm folgende Frage: „Wie geht es deiner Familie? Wie geht es den Kindern?“
Ralfain nahm die Frage gefasst entgegen, denn er hatte nicht damit gerechnet. „Na ja, ich bin zur Zeit nicht wirklich mit einer Frau zusammen, wir haben uns nach drei Jahren getrennt. Ihr Wesen hatte sich geändert, so wurden wir uneins,“ erzählte er. Er war sichtlich erfreut und zugleich angenehm überrascht Allisiand nach all den Jahren wieder in Rohan zu sehen. Er lud sie ein mit ihm an einer der großen Tafeln mit dem König zu speisen. Mit ihren Eltern, nein mit dem ganzen Volke von Rohan, wurde die Nacht hindurch gefeiert...
König Eomer lies einem Boten die Nachricht an Allisiand überbringen, sie möge sich am darauf folgenden Tag in seinen Palast einfinden, da er noch etwas zu sagen habe. Spät in der Nacht hatten sich alle Bewohner zu Bett begeben, der eine mehr der andere weniger übermüdet.
Die Nacht verlief ruhig, nur hier und dort war der nächtliche Schrei eines Uhus zu vernehmen. Der Vollmond erhellte die Dunkelheit der restlichen Nacht ein wenig.
Der Morgen war angebrochen, die Mond verschwunden und die Sonne über den Bergen aufgegangen. Der blaue Himmel kündetet ein wunderschönes Wetter an, als Alisiand noch etwas verschlafen ihre Augen öffnete. Langsam streckte sie sich und erhob sich langsam aus ihrem warmen Schlafgemach. Draußen am Fenster stand schon Valorien und schnaubte, als er ihr leises Gähnen gehört hatte. „Guten Morgen, mein Guter,“ begrüßte sie liebevoll ihren vierbeinigen Freund. Der wieherte freudig.
Die Türe zu ihrem Zimmer wurde langsam geöffnet. Die Mutter kam herein: „Guten Morgen, gut dass du endlich erwacht bist, dein Frühstück ist bereits fertig, und wartet nur noch auf dich,“ gab sie ihr zu verstehen.
Sie schloss wieder die Türe des Zimmers. Allisiand zog sich in der Zwischenzeit an und machte sich zurecht, ehe sie sich zu ihren Eltern in die Stube gesellte um dort im Kreise ihrer kleinen Familie das Frühstück zu sich zu nehmen. Es gab Eier, Brot, Honig und frischen Tee, den sich alle schmecken ließen. Doch irgendwie lag etwas Bedrückung in der Luft. Die Mutter nahm nur stillschweigend ihr Mahl ein. „Mutter ist alles in Ordnung, deinem Gesicht kann ich entnehmen, dass dich etwas bedrückt?“
Die Mutter sah nur kurz in Allisiands Richtung und nickte dann stumm vor sich hin. Dann begann sie ihr von jener Vergangenheit zu bereichten. Seit Sarumans Tod hatte es so manch einen Möchtegern-Zauberer gebeben, doch seit einiger Zeit macht sich ein gefährlichrer Nachfolger bereit, erneut eine Schreckensherrschaft aufzubauen. Auch waren sich das nördliche und auch das südliche Königreich nicht mehr so wohlgesonnen wie zu früheren Zeiten. Aragorn hatte kurz vor ihrer Ankunft noch eine letzte geheime Nachricht an König Eomer hinterlassen, dass er nicht mehr sehr viel Zeit haben würde. Er wünschte seine Lieblingstochter ein letztes Mal zu sehen, bevor er zu den grauen Anfurten hinübersegeln würde. Nachdem die Mutter zu Ende erzählt hatte, hörte Allisiand mit dem Frühstück auf stand auf und blickte still aus dem Fenster in den kleinen Garten.
„Du wirst erneut auf eine Reise gehen müssen, so hat es König Eomer mir bereichtet, gestern ehe wie die Feier verließen,“ hörte sie den Vater plötzlich hinter sich mit bedrückter Stimme sagen.
Allisiand wandte ihr Gesicht wieder den Eltern zu. „Wie viel Zeit bleibt mir noch, bis ich aufbrechen muss?“ wollte sie noch wissen, als es plötzlich an der Türe klopfte und das Gespräch jäh unterbrochen wurde. „Wer da?“ fragte der Vater.
„Ich bin ein Gesandter König Eomers,“ antwortetet eine Stimme draussen hinter der Türe.
Die Mutter ging um zu öffnen. Der Bote war gekommen um Allisiand mit in den Palast des Königs zu führen. Von nun an ahnte sie, dass auch der König ihr die selbe Nachricht überbringen würde. Sie zog sich ihren blauem Samtumhang mit Kutte über und folgte dem Boten.
Oben im Palast angekommen wurde sie in den Thronsaal geführt, wo König Eomer bereits auf sie wartete. Sie erfuhr, wie sie schon voraus geahnt hatte, die selbe Nachricht, die sie kurz zuvor von ihren Eltern erfahren hatte, nur dass ihr eine Woche Zeit bleiben würde, bevor sie abreisen müsste.
Der König lud sie noch zu einem Krug Rotwein ein. Zusammen tranken sie und sprachen über vergangene Zeiten. Er berichtete von seiner Heirat mit Lothriel der Tochter des Fürsten Imrahil. Genau in jenem Moment betrat sie den Thronsaal. Sie war schlank und zierlich, aber ihr Gesichtsausdruck drückte zugleich auch Stärke aus. Mit zarter Stimme begrüßte sie den Gast herzlich. Den ganzen Tag lang verbrachte Allisiand den Morgen mit dem Königspaar. Am Nachmitag ritten sie zusammen aus, um auf die Jagd zu gehen. Eomer war ein hervorragender Jäger, aber er jagte immer nur das Nötigste, was er zum Leben brauchte. Die drei erlegten Fasane gab es zum Abendmahl.
Spät am Abend machte sie sich auf den Heimweg als ihr wieder einmal völlig unverhofft Ralfain begegnete. Dieses Mal war er in Begleitung seiner Frau mit welcher er laut seinen Berichten jedoch nicht mehr gemeinsam das Haus bewohnte. Er blinzelte ihr keck zu, ehe sie aneinander vorbei gingen. Vor dem Garten des Elterhauses angekommen sattelte sie ihr Pferd noch ab und fütterte es, ehe sie zu Bett ging.
Die halbe Nacht lang saß sie wach in ihre Lacken gehüllt und sah aus dem Fenster. Sie dachte über all das nach, mit einem Male wurden ihre Gedanken jäh gestört und vor ihr tat sich eine Illusion oder Vorahnung auf. Sie konnte erkennen dass sich im bereits sehr nahen vierten Zeitalter die beiden Königreiche, welche von da an nur noch die „Zwillingsreiche“ genannt werden sollten, erbitterte Kämpfe gegeneinander ausfechten würden. Sie sah in die Augen sterbender Krieger aus beiden Reichen, hörte die Schreie tödlich Getroffener und eine schemenhafte schwarze Gestalt welche dies beobachtete. Noch konnte sie diese nicht zuordnen, aber das würde sich sehr bald ändern. Als jene Vorahnung vorüber war, brach sie ermüdet im Bett zusammen und schlief ein. Die Nacht verlief wie immer sehr ruhig. Der fahle Morgen war angebrochen und die Sonne kam nur schwer durch die Wolkenwand.
Allisiand war aufgewacht. Nachdem sie sich zurecht gemacht hatte, tappste sie noch etwas müde durch den schmalen Gang des kleinen Hauses direkt in das Hauptzimmer. Die Eltern jedoch schliefen noch, nur auf dem Holztisch stand bereits ein Krug für warme Milch, ein Teller und ein Messer welches quer darüber gelegt war. Auf der Mitte des Tisches, direkt vor dem Teller, war ein kleiner Bastkorb platziert, welcher mit einem kleinen weißen Tuch abgedeckt war. Neugierig hob Allsiand das Tuch etwas hoch und konnte das Brot erkennen. Also zog sie es vor sich über der kleinen Feuerstelle einen Krug Milch zu kochen. Da ihre Eltern noch schliefen, machte sie sich ihr Frühstück selbst zurecht. Als sie auf dem kleinen Fenstersims ein weißes Kuvert erkannte. Es war verschlossen, nur auf der Vorderseite las die Worte: „An unsere geliebte Tochter“ Neugierig öffnete sie dieses mit einem Messer. Bevor sie den Brief jedoch lesen wollte, nahm sie sich einen der Stühle, der noch am Tisch stand und setzte sich .Sie las nun unter anderem folgendes:
„Da du unser liebstes und einziges bist, was wir haben sollten, sind wir verpflichtet dir mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und dir alles zu sagen: Dein wirklicher Vater Aragorn, der damals noch nicht König war, ist nun König Elassar. Er hat uns bei deiner Übergabe an uns eine in diesem Kuvert mit beigelegte Landkarte Mittelerdes übergeben, um diese, wenn der richtige Zeitpunkt da wäre, für dich bereit zu halten. Du wirst dort den für dich vorgezeichneten Weg deiner Reise zurück in deine wahre Bestimmung finden.“ Auch las sie von ihren waren Eltern Aragorn und Arwen und aus welchem Blute sie entstammte. Das alles und einiges weitere las sie, als es an der Türe klopfte. Sie unterbrach das Lesen, klappte den Brief wieder zusammen und packte in zurück in das Kuvert mit dem sie auf die Haustüre zulief.
„Wer ist da?“ erkundigte sie sich.
„Ich bin es, Legolas,“ kam die leise Antwort zurück.
Sie öffnete die Türe. Als Legolas das Kuvert in ihrer Hand erblickte, stellte er nur kurz fest: „Du hast also die Nachricht des Königs erhalten und weißt Bescheid?“
Sie nickte nur stumm...
Die Woche war ruhig vorüber gegangen, als sich Allisiand von ihren Eltern verabschiedete. Den halben Abend lang sprachen sie noch über ihre Kindheit, wie sie zu ihnen kam, ehe sie in den Garten des Hauses hinaus marschierte um ihr Pferd Valorien noch mit Proviant und allem für die Reise zu bepacken. Die Eltern folgten ihr um ihr ein letztes Mal (wie sie glaubten) die Hand zum Abschied zu reichen. Die Grillen zirpten als sich Allisiand auf den Weg machte. Sie wollte sich noch von König Eomer verabschieden. Ihn würde sie danach nie mehr wieder sehen. Sie ahnte Trauriges für sein Schicksal, sagte jedoch kein Wort zu ihm, als sie den Thronsaal ein letztes Mal betrat. Stille lag in ihm, nur die Kerzen, die wie ein Spalier an jeder der Steinsäulen angebracht waren, leuchteten.
Auch seine Frau war an diesem Tage anwesend und saß neben ihm auf dem zweiten Thron. Allisiand lief geradewegs auf den Podest zu auf welchem der König und seine Frau saßen. „Du siehst etwas traurig aus,“ stellte die Frau von König Eomer fest.
Um nicht die Wahrheit erzählen zu müssen, wiegelte sie nur mit den Worten ab: „Ach es ist nur, ich muss mich schon wieder auf eine neue Reise machen und ich habe keine Ahnung wie lange ich unterwegs sein werde.“
Andererseits war das nicht die vollständige Wahrheit, das wusste sie, aber es bleib ihr kein anderer Ausweg um den König und seine Frau nicht zu beunruhigen. All die Jahre hinweg war er ein treuer Vertrauter gewesen. Nun war es an der Zeit die beiden ihren eigenen Weg gehen zu lassen. Nach etwa einer halben Stunde war das Gespräch beendet und sie verabschiedeten sich voneinander, jedoch nicht ohne dass König Eomer ihr noch eine Botschaft für ihren Vater Aragorn mit auf den Reise gab. Diese war eingehüllt in eine rote Schleife, die das Banner des Königs trug.
Wenig später saß sie im Sattel und ritt auf das Ende der Stadt zu, als Ralfain wieder auf seinem fuchsfarbenem Pferd genau wie bei ihrer Ankunft auf zu zugeritten kam. Er schien es eilig zu haben, denn er trieb sein Pferd an schneller zu galoppieren. Kurz nachdem Allisiand die Tore der Stadt verlasen hatte, erreichte er sein Ziel. Ralfain hielt sein Pferd direkt neben dem ihren. „Du willst schon wieder von uns fort?“ fragte er etwas verwundert.
Sie nickte nur. Seit jenem Vorfall in ihrer Jugend und nachdem er ihr all das angetan hatte , war sie nicht mehr so recht in der Lage ein Gespräch mit ihm führen zu wollen. Doch tief in ihrem Innersten waren ihre Gedanken auch seit ihrer Reise hin und wieder einmal bei Ralfain, doch sie wollte es keineswegs verraten. Einige Sekunden lang sahen sich beide still an, als Ralfain das Wort ergriff. “Wohin wirst du gehen, kehrst du eines Tages nach Rohan zurück?“
Nun hob sie ihren Kopf und blickte ihm zu aller ersten male nach so langer Zeit wieder direkt in seine blauen Augen. „Ich kehre zurück zu meinen Wurzeln. Mein Vater Aragorn und meine Mutter Arwen warten bereits auf mich. Wenn die Zeit reif dafür sein wird, kehre ich nach Rohan zurück.“
Er nickte nur stumm und gab als Antwort (in stiller Hoffnung seinerseits) an sie „Ich hoffe doch, dass wir uns wieder einmal sehen werden, ich würde zu gerne mit Dir sprechen über all das Geschehene“ Nach einer halben Stunde verabschiedeten sich beide mit einem leichten Händedruck und Allisiand befahl Valorien in der Sprache der Elben zu galoppieren.

(Alessa)