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Der Roman „Angmar“
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Der Untergang Númenors
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Zeittafel




Isidor
Viele Tage waren sie bereits unterwegs in Richtung Gondor. Nach dem Ringkrieg, als Saruman vertrieben worden war, hatten zunächst die Ents einen wunderschönen Garten von unsagbarer Schönheit angelegt. Auch hatten sie dort einige Schriftrollen und Aufzeichnungen in ihren Bibliotheken verwahrt. Später jedoch wurden die Schriftrollen und bisherigen Aufzeichungen an das Königreich Gondor übergeben, deshalb führte nun die Reise an jenes Ziel.
„Warum ist das Böse erneut so begierig darauf an diese Schriftrollen zu gelangen?“ wollte Alissiand erfahren.
Tawar sah etwas besorgt mit gesenktem Kopf vor sich hin. „Du weißt ja von deinem Vater und nun auch von Fürst Eriador, was damals zu Zeiten des Ringkriegs geschah, nicht wahr.“
Alisiand nickte stumm. „Aber wie du auch in Erfahrung bringen konntest, ist das Böse leider seit geraumer Zeit allgegenwärtig geworden. Neue Dunkle Machte und Schatten vereinen sich mit den Reichen vieler wilder Menschen um das Machtvakuum des Bösen zu füllen“, erzählte er ihr und fügte noch hinzu „doch nur mit der Macht des Wissens um die Geschehnisse Mittelerdes und ihrer Weisheit könne sie neue Kraft gewinnen. Mit dieser neu gewonnen Kraft könne sie den freien Völkern alles Wissens versagen und sie in ein neues Verderben treiben.“
Alissiand prüfte ihren Köcher, der mit Pfeilen gefüllt war und eine kleine lederne Tasche welche sie um sich trug. „Noch ist alles so wie es sein soll“, sie zeigte die Tasche in welcher die Schriftrolle für die Reise verwahrt wurde.
Den halben Mittag waren sie schon unterwegs, als sie ein kleines Bauerdorf im Nirgendwo erreichten. „Dort werden wir Halt machen, um wieder zu Kräften zu kommen“, gab Tawar zu verstehen.
Er nahm die beiden Pferde und suchte einen Stall für die kommende Nacht für sie. Alissiand indes machte sich auf die Suche nach einem kleinen Wirtshaus, wo sie speisen würden. Die Wege des Dorfes waren vom Regen durchtränkt und deshalb eher matschig als trocken. Weil sie sich nicht auskannte, verlief sie sich in einer kleinen Gasse, als sie ein lautes Winseln vernahm. Sie folgte dem Geräusch bis sie an einer großen alten Tonne in welcher einmal Wein oder auch Malzbier gelagert worden war (man konnte noch den Geruch vernehmen), zum stehen kam. Immer noch konnte sie nichts erkennen aber das Winseln wurde kläglicher und lauter. Ein Geruch wie fauler Moder oder der eines Kadavers machte sich unerträglich breit. Sie hielt sich die Nase zu, als sie sich bückte und erschrak. Hinter jener alten modernder Tonne aus Holz lag bereits halb verwest der Kadaver einer Jagdhündin. Jetzt erst hatte sie die Quelle des Winselns gefunden. Ein kleiner grauer Welpe, schon halb verhungert, lag neben ihr und zitterte um sein Leben. „Komm nur, ich nehme dich zu mir, du wirst nicht mehr hungern“, sprach sie das Tier mit zarter Stimme an.
Der Kleine ließ sich ohne Gegenwehr, da er viel zu schwach war in ihre Arme nehmen. Sie wickelte den Welpen in ein Ledernes Tuch, ehe sie sich auf die weitere Suche nach einem Wirtshaus machte.
Es war Mittag, als sie mit Tawar im Wirtshaus saß und speiste, da bemerkte Tawar, dass sich etwas in der Tasche seiner Begleiterin bewegte. „Was ist das?“ wollte er wissen.
„Was meinst Du?" entgegnete Alisiand nur kurz, so als wüsste sie von nichts.
Er zeigte auf ihre Tasche und öffnete sie vorsichtig. Ein Lächeln überkam seinem Gesicht. „Ich hätte es ahnen müssen!“
Sie sah ihn fragend an. Dein Vater König Aragorn und auch Fürst Eriador hatten mir von deiner Liebe zu den Tieren berichtet. Er schloss die Tasche leise wieder. Nicht ohne jedoch dem kleinen Welpen ein Stück seines Lembersbrotes hineingelegt zu haben. Keiner der anwesenden Gäste durfte etwas merken.
„Ich nenne sie Isidor“, flüsterte sie Tawar zu.
Beide nickten und lächelten einander an. Wenig später verließen sie gesättigt das Gasthaus, um noch ein Zimmer für die Nacht zu finden. Tawar zog es jedoch vor, die Nacht wie immer an einem ruhigen Ort zu verbringen. Mitten im nahen Wald schlug er sein Nachtlager auf, während sich Alissiand ein Zimmer als Nachtlager wählte um den Welpen zu füttern. Sie streichelte ihm über seinen kleinen dünnen Körper. „Nicht mehr lange und du wirst mir bestimmt gute Dienste erweisen.“
Einige Zeit später lagen beide in warme Decken eingehüllt nebeneinander friedlich schlafend.
Wie sich einige Tage später herausstellte, stammte Isidor von einem der alten Hunde ab, welche in Rohan zur Hasenjagd, aber auch zur Bewachung ihrer Gehöfte, gehalten wurden. Man nannte sie die Mittleren-Hunde, (aus der Altvorderen Zeit) sie wurden nie zu klein, aber auch nie zu groß. Dabei waren sie sehr intelligent und arbeitsfreudig und zugleich auch schöne Hunde mit entweder kurzem oder halblangem Fell. Sie wurden jedoch auch in anderen Teilen Mittelerdes gehalten. An vielen Orten schätze man ihre Dienste als hervorragende Sicht und Spurenjäger.
Es wurde einst berichtet, dass sie zu Zeiten des Ringkriegs mit vielen anderen Hunden im Kampf gegen das Böse, die Orks, mit den Soldaten zu Felde zogen. Dies ist jedoch nie ganz belegt worden.
Früh am nächsten Morgen kam Tawar mit den Pferden und holte seine Gefährtin ab. Frisch gestärkt und mit Proviant bepackt machten sie sich auf den weiten Weg ihrer Reise.
Wochen später war der kleine Welpe gesund und munter.
Sie waren auf dem Weg nach Lothlórien, dem großen Wald aus Mallornbäumen. Dieser Tag war sehr warm. Durst und Hunger machten sich breit. Zum allerersten Male ritten sie in die Nähe von Moria, wo einst ihr Vater und auch ihr Freund Legolas gegen die Orks kämpfte, doch zogen sie es vor, Moria in einem weitem Bogen zu umgehen. Es lag seit vielen Jahren verlassen.
Spät am Abend erreichten sie Lothloriens erste Bäume. Dort nächtigten sie, um am nächsten Tage weiter zu reisen.
Tief in der Nacht lagen Tawar und Alissiand tief schlafend in ihren Nachtlagern als Isidor aufgeregt zu bellen begann. Sie schien sehr geängstigt zu sein, denn sie konnte und wollte sich nicht beruhigen. Die beiden aber schliefen immer noch, als eine schemenhafte riesige Schattengestalt mit leuchtenden Augen aus dem Gebüsch schlich. Es war kein Mensch und kein sonst bekanntes Tier, welches sich den Schlafenden näherte. Isidors kleiner Körper wurde nun von einem großen Schatten verdunkelt, als Valorien sich in Panik wie wild aufbäumte. Endlich nun erwachten beide und erschraken. Isidor hatte sich in Angst hinter einem der Bäume verstecken können. „Schnell steh auf, es ist ein Gaur, ein Dämon aus der Alten Zeit, nein ein Wolf“, meinte Tawar nur kurz.
Beide schafften es gerade sich noch aufzurichten, um ihre Schwerter zu greifen. Es entbrannte ein wilder Kampf zwischen ihnen. Das riesige Tier biss wie wild um sich und schnappte dabei nach Alissiands Bein. Es zog sie ein Stück weit mit sich, als ein Pfeil Tawars seinen Rücken durchbohrte und es ab ließ von ihr. Verletzt, aber nicht zum Sterben verurteilt, rannte es in die weite Ebene hinaus. „Alissiand“, rief Tawar besorgt.
Sie lag am Boden und wandte sich vor Schmerzen. Die scharfen Reiszähne des Gauer hatten einen Teil ihres Oberschenkels durchbohrt und dort, wo die Wunde war, trat Blut hervor. Isidor kam bellend angerannt. sie leckte Alissiands Wangen.“Wir müssen weg hier, er wird uns wieder angreifen“, drängte Tawar.
Er versorgte die Wunde und verband sie. Humpelnd mit ihrem Arm um seine Schulter gingen sie zurück an ihr Lager. Sofort machte sich Tawar daran, alles zu packen und die Pferde zu satteln. Er half Alissiand auf Valoriens Rücken und überreichte ihr Isidor. Nachdem er das Feuer gelöscht hatte, bestieg auch er sein Pferd. Dann ritten sie weiter.
Alissiand saß nur benommen auf Valoriens Rücken, als Tawar ihr etwas Merkwürdiges erzählte. Unter anderem berichtet er ihr, das jener Gaur (eine Art Werwolf) aus der Zeit Saurons stammt, jedoch nicht von ihm selbst, da diese Tier viel zu stark in ihrem Willen und ihrer körperlichen Kraft waren um von Saruman in seine Dienste genommen zu werden. Ihre Anzahl, jedoch war seit jener Zeit so stark geschrumpft, dass man sie für ausgestorben hielt. Es wird berichtet, dass Tarok der letzte seiner Art sei. Die aufsteigenden dunklen Herrscher versuchten ihn auf ihre Art für sich zu gewinnen. So soll einer jener wilder Menschen ihm den Auftrag erteilt haben, den Träger der Schriftrolle zu töten. Doch ein Gaur (oder im Sindarin als Einzahl, ein Draug) war doch eher ein riesiger Wolf, der vor allem nachts auf Jagd war.
Dies sollte nicht der letzte Angriff des Draugs gewesen sein. Er würde sich von seiner Wunde erholen und sich erneut auf die Fährte der Reisenden machen.

(Alessa)