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Der Roman „Angmar“
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Der Untergang Númenors
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Zeittafel




Am großen Fluss


Wochen später hatten sie die ersten Ufer rund um den großen Fluss erreicht. Doch die Zeit der ersten Kämpfe hatte bereits ihre ersten Opfer zu beklagen. Felder, die einmal zu vergangen Zeit bestellt wurden, waren nun bis zur Unkenntlichkeit zerstört und geplündert worden.
Hütten, in welchen im Winter die Futterrationen für die Pferde und andere Tiere gelagert wurden, waren hier und da einfach in Brand gesteckt worden. Immer mehr Bewohner der äußeren Provinzen des Königreiches Gondor packten ihr Hab und Gut zusammen und machten sich auf und davon ins Landesinnere um näher an die Mauern von Gondor zu gelangen. Alissiand erinnerte sich noch vage an ihre Kindheit: genau an diesem Ufern des großen Flusses hatten ihr Vater Aragorn und auch Mutter Arwen oft mit der Familie Ausritte unternommen. Aragorn der nun als König Elessar das Land regierte, lehrte seiner Lieblingstochter Alissiand hier das Reiten zu Pferde und auch die Kunst des Schwertkampfes.
Ihre fernen Erinnerungen an die schöne Vergangenheit wurden durch einen hellen lauten Knall in der Nähe jäh unterbrochen.
Nun, nachdem Enkel des Königs (Elessar) viele Jahre lang dieses Land in friedlicher Weise regiert hatten, brachen Unruhen politischer und wirtschaftlicher Art aus. „Da siehst du, warum wir geflohen sind“, nahm Monayla das Wort auf.
Alissiand und Tawar sahen sie fragend an. „Was hat das mit euch zu tun“, forschte er nach.
Laßt uns an einem ruhigen Ort rasten, damit ich euch davon ein wenig berichten kann“, bat Monayla ihre Gefährten.
So ritten sie einen Hügel hinauf bis sie ihr Weg an einen bereits fast verfallenen Wachturm brachte.
Dort angekommen, machten es sich alle unter einer alten Eiche bequem. Monayla berichtete ihnen von ihrer Kindheit, von der gestrengen Erziehung durch die Mutter. Auch erzählte sie davon, dass eigentlich nur männliche Bewohner des Volkes der Haradrim seit jeher in Kriege gegen andere Völker gezogen waren. Sie aber wollte nicht so sein wie all die anderen Frauen ihres Volkes. Der gleichen Meinung waren zu dieser Zeit auch ihre beiden Schwestern. So wurde ihr Vater wütender und wütender, denn er hatte ihre Zukunft ohne ihr Mitwissen bereits zu Kindertagen geplant. Monaylas Blick senkte sich nun zu Boden. „Was sollte mit euch dreien denn geschehen“, erkundigte sich Alissaind neugierig.
Monayla hob nun wieder den Kopf und blickte ihr gegenüber an. „Er wollte uns an den Stammesführer unseres Volkes verkaufen. Weil wir das nicht wollten, fasste ich mit meinen Schwestern den Entschluss, eines Nachts zu fliehen. Puhh!“ Monayla stöhnte nun erleichtert.
Seit jener Zeit sind wir auf der Flucht vor unserem Volk.“ Sie fügte noch kurz hinzu, ihr Vater hätte eine große Belohung für die Festnahme seiner Töchter erlassen.
Nun verstand Alissiand das bisherige Verhalten. „Wir werden für dich da sein“, waren ihre tröstenden Worte.
Wenig später erschraken sie. Ganz in der Nähe ihres Rastplatzes drang ein leises Krachen aus den Büschen. Tawar spannte seinen Bogen sicherheitshalber in diese Richtung, von der die Geräusche kamen. Alissiand und die anderen machten sich ebenfalls kampfbereit. „Wer ist da, er zeige sich“, forderte Tawar auf.
Nun war es mit einem Male sehr still. Plötzlich war es wieder zu vernehmen, dieses Krachen. Tawar machten einen Schritt auf die Büsche im gegenüber zu, ohne zu wissen, was ihn da erwarten würde.
Da erneut keine Antwort, geschweige eine Gestalt, zum Vorschein kam, beschloss er nun einen direkten Angriff. Sein Pfeil drang durch einen Teil des Gebüsches, bis plötzlich ein klagendes Winseln zu hören war. Ein rot-brauner Wolf mit üppiger Mähne um seinen Hals, sprang in Pank aus den Büschen. Als er die Angreifer erblickte, ließ er ein wütendes und tiefes Knurren vernehmen. Er warnte sein Gegenüber mit aufgestellter Mähne, ihm keinesfalls zu bedrängen. „Er war offenbar auf Beutezug“, löste Tawar das Rätsel seines Angriffes auf.
Mit einem lauten Schrei vertrieben sie alle das Tier.
Hoffen wir, dass er nicht wieder kommt“, meinte Alissand nur kurz. Denn hier in dieser Gegend streunten viele einzeln oder in kleinen Gruppen umher.
Bestimmte wird er es zu einem andren Zeitpunkt wieder versuchen. Er ist wie alle seiner Art, wenn der Hunger groß ist ein unermüdlicher Jäger. Aus diesem Grunde, bepackten alle ihre Reittiere. Im rasenden Galopp preschten sie über die großen weiten Grasebenen um sich einen anderen sicheren Rastplatz für die kommende Nacht zu suchen. Die Sonne stand nun schon sehr tief und leuchteten im hellen Rot über das Land.

Zur selben Zeit an einer ganz anderen Stelle in Mittelerde: Es war kaum zu glauben, doch Ralfeind hatte es geschafft die Tore Minas Tiriths zu erreichen. Er war auf seiner langen Suche nach Alisiand von dunklen Schatten angegriffen worden. Sie hatten ihm einen Teil seines Reiseproviants entrissen. So erreichte er bereits etwas ausgehungert sein Ziel. Müde ließ er sich mit hängendem Kopf fast schlafend von seinem Pferd tragen. Völlig entkräftet fiel er plötzlich kurz vor seinem Ziel von Rücken seines Pferd zu Boden. Das war nicht unbeobachtet geblieben. Ein Wächter der Stadt hatte dies gesehen und schickte Reiter aus, um ihn zu holen. Ganze zwei Tage lang hatte Ralfeind tief geschlafen, ehe er wieder zu sich kam. Er wurde nach dem Zweck seiner Reise befragt. Er berichtete von seiner langen Suche nach Alissiand. Die Befragten sahen einander nur schweigend an.
Aus irgendeinem Grunde konnten oder wollten sie ihm nicht antworten. Nur ein Bote deutete an, dass sie nicht alleine unterwegs sein würde und er sich sicher sei, er könne sie nicht mehr einholen. Das aber wollte Ralfeind zunächst nicht so ohne weiteres als Antwort hinnehmen. Nach einer Woche machte er sich dann frisch gestärkt mit neuem Proviant auf die weitere Suche nach ihr.

Zur selben Zeit wieder am großen Fluß: Inwzischen hatten Alissiand und ihre Gefährten versucht bei ihren Reisen sich der großen Schlacht am Fluß keineswegs mehr als nötig zu nähern, doch eines Nachts drohte ungeahnte Gefahr. Der Himmel war etwas wolkenverhangen, als sie zusammen am Feuer lagerten. Gerade plauderten sie alle angeregt miteinander, als die Pferde sich wie wild aufbäumten und versuchten sich davon zu machen. Zuerst wähnten sich alle wieder von jenem roten Wolf bedroht, der sich schon einmal an sie herangeprischt hatte. Es sollte jedoch viel schlimmer kommen. Alissiand und die anderen versuchten so schnell es nur möglich war, ihre bescheidene Habe auf die Pferde zu packen, als plötzlich und unvermittelt schwarze riesige Schatten aus den Büschen huschten. Es waren mindestens zehn an der Zahl. Zunächst konnte Alissiand und ihre Gefährten sie nur unklar und schemenhaft erkenne, doch dann, als sie mitten in einen wilden Mehrkampf zu Pferde hineingeraten waren, waren sie deutlich als eine Unterart von Orks zu erkennen. Mit einem Male wurde die Lage für die Reisenden immer aussichtsloser, denn sie wurden plötzlich von allen Seiten her eingekreist. Wie Ameisen auf dem Angriff, krochen noch einige von ihnen aus Erdlöchern und Büschen hervor. Sie fauchten und brummten ihre Opfer an. Einige der Orks gehörten der Gruppe der Gimba-Hai an. Sie waren auch als Schnüffler bekannt. Waren für ihre Rasse sehr klein, gerade mal einen Meter zwanzig groß und geradezu schmächtig - aber listig.
Andere schienen der Gruppe der Dura-Hai anzugehören, bekannt auch unter dem Namen Hobkobolde. Sie waren mit einer Größe von einen Meter achtundsechtzig fast so groß die jene Uruk-hai zu Saurons Zeiten.
Ein letzes Mal nahmen die Reisegefährten all ihren Mut und ihre Kraft zusammmen. Sie preschten auf ihren Reittieren mitten durch die Horde der Orks. Die Augen aller Orks funkelten voller Bosheit als sie von ihren Opfern einfach überrumpelt wurden. Doch so einfach gibt sich ein Ork nicht geschlagen. Die Schnüffler unter ihnen nahmen wie unermüdliche Jagdhunde die Fährte der Reisenden auf. So begann eine folgenschwere Verfolgungsjagd.
So stimmten sie einen wilden Gesang im Reim an um sich auf die Jagd einzustimmen. „Laßt sie uns jagen, danach werden wir sie braten. Keiner wird es erraten, wer sie dann einst waren“, gröhlten sie wie wild. Das wilde Gröhlen verstummte in der Ferne der Nacht.
Endlich konnten die Reisenden Ruhe und einen Platz für die Nacht unter einer alten Tanne finden. Die herabgefallenen Nadeln dienten hier als weiche Unterlage, da hatten sie es hier mal nicht so schlecht getroffen wie sonst bei ihren Nächten im Freien. Die Tanne bot Schutz und ihre Nadeln dienten als weiche Unterlage für einen guten Schlaf.
Jene Orks, von welchen unsere kleinen Reisekarawane angegriffen worden waren, streunten nun auf der Suche nach etwas Essbarem in der weiten Ebene am Flussufer umher. Hier und da waren sie fündig geworden: Kleines Nagegetier.
An einer anderen Stelle des großen Flusses, von einem hohen Hügel aus drang das Heulen eines Wolfes durch die dunkle Nacht. Nur der helle Vollmond am nachtschwarzen Himmel erhellte die Szenerie. “Wir müssen auf uns Acht geben“, flüsterte Tawar den anderen noch wachenden zu.
Doch genau in jenem Augenblick sprangen auch schon einige der Wölfe aus den Büschen. Sie scheuchten die Pferde auf. Isidor, die inzwischen zu einer ausgewachsenen Jagdhündin heranwachsen war, verteitigte ihre Herrin mit lautem Gebell und stellte ihr Nackenhaar weit auf. Die Wölfe aber kamen immer näher, bis sie vor Isidors Schatten innen hielten. Tawar und die anderen packten ihre Waffen und hielten sie den Angreifern entgegen. Valorien hatte es indes geschafft sich vom Stamm der Tanne zu befreien, an welchen er angebunden war und galoppierte unerwartet den Wölfen entgegen. Er bäumte sich wild auf, wieherte und schnappte in ihre Richtung, um ihnen zu zeigen dass er nicht wehrlos war. Alissiand versuchte noch, ihn vor den Wölfen zu schützen, da wurde sie vom Hufschlag ihres Pferde zu Boden geworfen. Tawar und Monayla hatten dies mit erlebt und eilten ihr zur Hilfe. Er trug sie weg vom Kampffeld. Doch Valorien wurde von den Wölfen nun wie eine Beute davon gejagt. „Tawar, das Pferd! Die Schriftrollen sind in den Satteltaschen“, machte Monayla aufmerksam.
Er fasste nun hastig folgenden Entschluss: “Wir müssen weg von hier, sie werden wieder kommen!“
Währende er sein Pferd, das noch aufgeregt an der Tanne hin und her lief, bepackte, flüsterte er ihm zu. „Wir müssen Valorien finden, sonst ist alles umsonst.“
Er hob Alissiand auf den Rücken seines Pferdes und, nachdem er alles verstaut hatte, stieg er ebenfalls auf und alle galoppierten in die Nacht davon.


Isidor hatte einige Zeit lang erfolglos versucht Valorien von den hinter ihm her jagenden Wölfen zu trennen. Doch ihr Abstand vergrößerte sich von Minute zu Minute. Genau wie zu seiner Geburt sein Vater von den Schatten in die Nacht gejagt wurde, schien es nun mit Valorien und den Wölfen zu geschen. Das wilde Gejaul der Wölfe und das Galoppieren verhallten in der Ferne. Isidor war auser Atem und hechelte mit heraushängender Zuge. Nach einigen Minuten nahm sie die Fährte der Reisenden und ihrer Herrin wieder auf. Ihr folgte sie bis zum fahlen Morgengrauen. Eine Nebelwand versperrte allen die Sicht. Die Sonne kam kaum zum Vorschein. Nur ein milchiges Licht ihrer ersten Strahlen erhellte ein wenig den frühen Morgen. Tawar führte nun die Reisekarawane an, doch schienen sie alle ziellos umher zu irren. Selbst den Pferden schien es dabei nicht besser zu ergehen.
Zur selben Zeit nicht weit von von ihnen: Isidor war erfolgreich, wie es sich für einen unermüdlichen Jagdhund gehört. Eine Art Fasan war ihr in die Fänge geraten. Mit ihm trabte sie nun mit Stolz erhobenem Haupt in die Richtung der Reisenden.
Gerade hatten die Reisenden erneut Halt gemacht da erkannte Monayla einen kleinen nicht genau erkennbaren Schatten im Nebel auf sie zukommen. Sie zog einen Pfeil hinter ihrem Rücken aus dem Köcher, als Tawar gewahr wurde, was oder besser wer da auf die Reisenden zukam. Noch zur rechten Zeit, bevor Monayla ihren tödlichen Pfeil abschießen konnte, griff er mit seiner Hand den bereits gespanntem Bogen. „Ich weiß, dass es kein Wolf oder ein dunkler Schatten sein wird der aus dem Nebel zu uns kommt.“
Nachdem die Gestalt die einem Wolf zwar sehr ähnlich schien aus dem Nebel trat, waren alle erleichtert. „Seht“, lösten die Schwestern Monaylas die Spannung auf, „es ist Isidor, Alissiand´s Hündin“, stellte Ischta, eine der Schwestern, fest.
Na, komm zu uns her“, rief sie Tawar.
Mit dem erbeutenen Vogel zwischen ihren Zähnen trabte Isidor vor sie alle hin und legte die Beute ab. Alissiand, die inzwischen wieder zu sich gekommen war, freute sich genau wie alle andern auf Isisdors Rückkehr. Monayla und ihre Schwestern bereiteten ein Feuer und garten den Vogel am Spieß über der Flamme. Als das kleine morgendliche Mahl zubereitet war, saßen alle am Feuer und speisten.

Zur selben Zeit an einer ganz anderen Stelle Mittelerdes: Ralfeind hatte nach weiterer vergeblicher Suche nach Alissiand , einen Halt eingelegt um zu rasten, als er ein ihm bekanntes Wiehern vernahm, welches sich ihm näherte. Zunächst schenkte er ihm keine weitere Aufmerksamkeit und band sein Pferd an einen Baum. Als das Wiehern jedoch lauter wurde, hielt er kurz inne.
Er sah gen Horizont, um abzuwarten, als er gewahr wurde, dass Valorien auf ihn zu trabte. Er schien abgemattet und war zugleich noch in Panik. „Hooo, hoooh, ruhig mein Guter, ich tute dir nichts“, beruhigte er das Pferd.
Aber erstaunt stellt er fest, dass das Tier alleine gekommen war. Sein Sattel hing nur noch schief auf seinem Rücken. Die Steigbügel baumelten wie verloren an seinen Seiten herunter.
Er griff sich die Zügel und führte Valorien zu seinem Pferd. Das stolze Pferd war an einigen Stellen seines schwarzen Körpers mit tiefen Kratzspuren übersät. Wo sollte er nach Alissiand suchen. Er konnte gar nicht erahnen, wie es zur Trennung der beiden gekommen war. Doch auch schon in diesem Augenblick wich nach und nach die Kraft aus dem Körper des Pferdes. Er verstand nun langsam, was es mit ihrer innigen Verbindung auf sich hatte. Nach kurzer Rast band er Valorien hinter seinem Pferd an und machte sich auf die weitere Suche. Ralfeind hoffte noch immer Alissaind zu finden. Nun erst Recht, bevor es zu spät für beide sein würde.

Ein weiterer Tag war angebrochen, als Isidor ihre Nase einfach nicht mehr vom Boden abheben konnte. Es schien ihr ein vertrauter Geruch durch ihre kleine, schwarze Nase zu steigen. Sie stöberte ein wenig hier, ein wenig da und übereifrig schnupperte sie einige Stellen ausgiebig, als sie plötzlich inne hielt. Sie waren am anderen Teil des großen FLussufers angekommen. Überall lag ein Nebel aus Rauch in der Luft, es war kaum möglich, die Hand vor seinen eigenen Auge zu erkennen.
Es musste vor nicht allzu langer Zeit hier noch ein wilder Kampf ausgebrochen sein. Im Licht des milchigen Strahls der Morgensonne, der sich nur schwer durch den Nebel aus Rauch kämpfen konnte, war direkt vor ihnen ein Stück aus Metall zu erkenne, das aussah wie ein zerbrochens Schwert. Alissiand und Tawar entdeckten dies als erste und stiegen vom Pferd ab.
Langsam stapften sie durch den verkohlten Boden auf das Stück Metall zu. Tawar, der immer sehr neugierig war und zugleich sehr vorsichtig, hob es langsam auf. Gerade als er es betrachten wollte um sich der Herkunft zu versichern, wurden sie von wilden Menschen angegriffen. Es handelte sich hier um eine wilder Mischung aller Menschen des fernen Südens und des weiter entfernten Ostens. Zum einen befanden sich unter ihnen die Balchot, so glaubte Tawar einige davon zu erkenne. Ihre Wildheit war überall bekannt.
Monayla aber starrte vor Schreck plötzlich auf. Denn was sie zu sehen bekam, erschrak sie und ihre beiden Schwestern. Auch einige Haradrim und deren Nachfahren mischten sich unter die wilde Horde Menschen. Auf ihren kleinen Pferden, teils nicht ganz gezähmt oder andere auf riesigen Onifanten, die immer vier Stoßzähne hatten, ritten sie wie eine Mauer durch das Land. Auch Menschen aus den grauen Bergen waren unter ihnen. Sie waren die primitivsten unter ihnen. Einige von ihnen trugen volle dunkle lange Bärte, aus zerzaustem und verfilztem Haar. Als Kleidung, so fern dies als Kleidung bezeichnet werden konnte, hatten einige nur Felle mit Ledergürteln übergezogen. Ihre Haut war übersät mit Dreck. Monaly, Tawar und ihre beiden Schwestern wurden alsbald in einen wilden blutigen Kampf verwickelt. Jeder gab all seine Kräfte um sich und sein Leben zu verteidigen. Schwerter krachten ineinander, Pfeile flogen mit einem lauten Zischen durch die Luft, ehe sie ihr Ziel entweder trafen oder einfach ins Leere fielen.
Sie waren ungewollte mitten in den Rand einer der ersten Schlachten des großen Flusses geraten…

Nicht weit von Ihnen, ritt Ralfaind den Hügel hinab, denn auch er vernahm die lauten Schreie aus der Ebene. Er wollte nachsehen was da vor sich ginge. Mitten im wilden Kampfgewühl, als Tawar einen Pfeil gegen einen Onifanten abschoß, wurde das riesige Tier mitten auf seine Stirn getroffen und stürzte sterbend mit seinem Kopf voran zu Boden. Während des Sturzes war Alissiand gefährlich nahe an einen der Stoßzähne geraten und wurde dadurch weggeschleudert. Ihr Körper wurde einfach geradewegs an einem Baumstamm geworfen und dort fiel sie zu Boden. In jenem Augenblick hatte auch Ralfeind das Geschehen erreicht. Bestürzt kam er gerade noch rechtzeitig um Alissiands Körper beherzt zur Seite weg aus der Bereich der Gefahr zu ziehen. Schützend trat er vor sie und versuchte, wenn auch etwas hilflos (da er kein geborener Kämpfer war), weiter zu beschützen.
Auf einmal wurde der Kampf jäh das Geräusch eines Horn unterbrochen. Einer der Haradrim blies in sein mitgebrachtes Horn aus Elfenbein. Er saß auf einem Onifanten und trug, da er dem Anschein nach der Anführer war, eine Art Gerüst aus Holz, mit Feuerpfeilen auf seinem Rücken. Die anderen folgen ihm, das würde jedoch nicht ihr letzter Kampf sein.
Der späte Nachmittag war angebrochen. Rauch lag wie ein Schleier in der Luft, die Reisenden waren dem Ende ihrer Kraft näher als je zuvor. Endlich waren die Feine abgezogen, nicht aber ohne einige ihre Gegner zumindest zu verwunden. Noch in der Ferne war das Horn des Anführers zu hören, als es endlich verhallte. Kein Vogel sang mehr, als sich die Reisenden unter einem alten Baum ihre Wunden versorgten. Ralfeind hatte Alissiand den Sattel ihres Pferdes unter ihren Kopf gelegt um sie zu stützen. Monayla und Ischta hatten Brandwunden an ihren Armen von jenen Feuerpfeilen davongetragen. „Das ist sie also die große Schlacht des großen Flusses, unserer Zeit“, stellte Tawar ernüchternd fest...

(Alessa)