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Der Roman „Angmar“
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Der Untergang Númenors
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Zeittafel




Neue dunkle Mächte


Nachdem sie sich alle einigermaßen erholte hatten und ihre Wunden versorgt waren zogen sie in einfacher Reihe dahin. Der Eingang ihres neues Weges sah wie ein Torbogen zu einem dunklen Stollen aus, führte jedoch in geschlängelter Kurven abwärts. Zwei Bäume, welche sich einander zuneigten, bildeten eine Art Durchgang. Durstig waren sie auch geworden, denn sie besaßen nicht mehr allzu viel Wasser. Seit sie aufgebrochen waren, hatten sie dennoch keinen Bach oder eine Quelle gesehen. So zogen sie und zogen sie weiter in einer Reihe dahin.
Kraftlos und doch bei klaren Bewusstsein kreiste ein altes Elbelied in Alissiands Gedanken umher. Um sich und die andern etwas vom Durst abzulenken, begann sie es leise vor sich hin zu singen:
Ich weiß ein paar Reiter
Die ritten gern weiter.
Doch lasst euch die Fährte
Und beschlagt erst die Pferde.
Wohin geht ihr Reiter?
Wir sagen´s nicht weiter
Schaut nur dort hin.
Der Weg ist so lang dort hin.

Singt mit uns, seid heiter...
Ischta, die direkt hinter Alissiand marschierte, horchte aufmerksam ihren Gesang zu. Sie versuchte es zu wiederholen, zur Belustigung der anderen fehlten ihr jedoch die richtigen Worte.
Die Sonne war inzwischen hinter den Gipfeln der Berge in der Ferne versunken und ihre Schatten waren lang geworden. Gerade als sie erschöpft halt machen wollten, wurde ihr Weg durch einen vorbei fließenden Gebirgsbach gekreuzt. Sie hatten inzwischen die äußeren Ländereien des Königreiches zu Gondor erreicht. Die Mauern des Palastes unter der umliegenden Stadt waren schon zu erkennen, aber sie waren für heute nicht mehr bei Kräften genug, um sie zu erreichen. So fassten alle den Entschluss unter den hier wachsenden alten Bäumen zu übernachten. Ischta und ihre Schwester Monayla sammelten noch etwas Holz, ehe dann damit ein Feuer entzündet wurde. Es spendete wohltuende Wärme für die Nacht. So nickte dann einer nach dem anderen ein.
Am nächsten Morgen, die Sonne war schon über die Berggipfel gekrochen, wurden sie alle durch das Wiehern ihre Pferde geweckt. Vom Ufer des großen Flusses war ein Schwarm Vögel aufgeflogen. Plötzlich bäumten sich die Pferde auf und versuchten sich gegen etwas zu verteidigen was auch die Reisenden zunächst nicht zu sehen bekamen. Doch plötzlich schreckten alle auf und starrten mit weit aufgerissenen Augen in ein und die selbe Richtung. Ein riesiger Onnifant, er war an seiner Flanke verwundet worden, trampelte in seiner Panik und vor Schmerz alles vor ihm nieder, was ihm in den Weg kam. Der geistesgegenwärtige Tawar spannte einen Pfeil auf den Bogen. Er schoss, doch er verfehlte sein Ziel. Hastig packten alle ihre Reittiere und kreisten das Tier langsam ein. Monayla indessen erinnerte sich an ein Erlebnis aus ihrer Kindheit. So griff sie den Stein, welchen sie um ein Band aus Leder um ihren Hals trug, und hielt diesen dem Onnifanten entgegen. Die Strahlen der Morgensonne trafen die Vorderseite des Steins, der dann sogleich hell aufleuchtete. Der Strahl prallte vom Stein direkt auf die Stirn des Onnifanten. Zunächst brüllte das Tier noch laut auf und schüttelte seinen Kopf mal nach links, mal nach recht, so dass fast Taware von seinem Pferd gestoßen worden wäre. Nun aber tat der Strahl seinen Wirkung. Der Onnifant wurde nach und nach ruhiger und blieb dann einfach stehen, wo er gerade stand. Von seinem Rücken, der mit einem riesenhaften Sitzhäuschen aus Fell und Leder gesattelt war, stürzte die Leiche eines Haradrims. Mitten in seiner Brust steckte noch der Rest eines Schwertes. Blut quoll aus der Einstichstelle hervor und tropfte zur Seite entlang auf den Boden. Monayla und ihre beiden Schwestern starrten fassungslos mit aufgerissenen Augen und Mündern auf den Leichnam herab.
Kennst Du sein Gesicht?“ erkundigte sich Alissiand.
Monalya wandte sich still ihr zu und nickte dann etwas erleichtert. Dies ist der Sohn eines der anderen Stammesführer, an welchen mich mein Vater verkaufen wollte. Aber nun bin ich eine freie Frau.“
In diesem Augenblick nahm ihr Gesicht aufsteigende Züge der Freude an. Sie nahm ihm seine Waffen ab, auch seine Rüstung und den Proviant, welchen er an einem Gürtel um seine Hüften trug. Den Leichnam verscharrten sie unter einem der alten Bäume.
Der Bach, an dessen Ufer sie nun standen, spendete reichlich Wasservorrat. Sie füllten ihre Wasserschläuche, ehe sie ihre Reittiere für die weitere Reise fertig machten. Nebelschleier lagen in der Luft, wie ein undurchsichtiger Teppich versperrten sie an manchen Stellen die Sicht. Trotz alledem machten alle sich auf den Weg. Mitten durch das Wasser stapften die Tiere mit ihren Reitern auf dem Rücken sicher ans andere Ufer. Es war Mittag als sie die hohen Mauern Gondors erreicht hatten. Wie Gebilde aus Stein schienen sie aus der Erde zu wachsen. Die Wächter an den Toren hatten die Reisenden bereits erblickt und waren diesen entgegen gekommen. Vor jenem großen Eingangsportal hielten sie inne. Die Wächter öffneten das Große Tor langsam. Die Sicht auf das Königliche Gelände wurde freigegeben. Alle stiegen von ihren Tieren ab. Sie durften das Tor passieren und gelangten in den Hof. Nur den großen Onnifanten, mussten sie an den weiter außen gelegenen Stallungen zurücklassen. Die Einwohner Gondors wussten seit Saurons Zeiten nur zu gut wie gefährlich solch ein Riese für sie werden könnte.
Ein Bote kam die Stufen aus Stein zu ihnen hinunter und begrüßte sie höflichst mit einer Verbeugung: „Folgt mir, der König erwartet Euch schon“, wies er ihnen ihm zu folgen.
Monayla und ihre Schwestern hatten sich eine leichte Erkältung zugezogen und so mussten sie von Zeit zu Zeit niesen. Der Wächter wies einen Boten, der mit einigen anderen Spalier stand, an, die Schwestern in warme Gemächer zu führen. Sie folgten ihm still und marschierten einen anderen Weg.
Allisiand wurde zum Palast des Königs geführt. Dort hatte sie das Ziel ihrer langen Reise vorerst erreicht.
Es war später Abend geworden, als sie dem König die Schriftrollen übergeben hatte und ihm von den Abenteuern ihrer langen Reise berichtete.
König Anarion II hatte keine guten Neuigkeiten für Alissiand. Er erzählte dass Gondor den ersten Flusskrieg gegen die dunklen Mächte Umbars begonnen hatte. Seit einiger Zeit brachen kleine und größere Schlachten von Seiten Umbars aus. Sie überfielen hinterhältig und heimtückisch die äußeren Provinzen und Länder Gondors, raubten Vieh und Land und zündeteten die Felder an, töteten Frauen und Kinder, wo sie diese in größeren Gruppen antrafen. Ihre Männer verschwanden an manchen Orten einfach spurlos. Doch der große Krieg stand trotz aller Schlichtungsversuche beider Seiten kurz bevor.
So mussten sich Allisiand eine wichtige und weit reichende Entscheidung treffen. Eine Entscheidung die noch zu Zeiten ihres Vaters Aragorn König Elassar bereits für sie bestimmt worden war. Sollte der große Krieg ausbrechen, würde sich sie aus freien Stücken dafür entscheiden, ob und wie sich den Soldaten Gondors zu Hilfe eilen würde.
Nach einigen Tagen des Beratschlagens entschied sich Alissiand zunächst für weitere, aber nur zwei, Vermittlungsversuche. Sollten diese nicht den Frieden sichern oder gar erhalten, würde sich der Krieg nicht mehr verhindern lassen. König Anarion stimmte wenig erfreut dieser Entscheidung zu.
An diesem Abend speisten alle zusammen im Thronsaal des Königs. Der Morgen danach sollte diese Entscheidung offenbaren.
Der hiesige König hatte bereits von langer Hand geplant die Schutzmauer um Gondor zu verstärken und eine Armee der stärksten Männer und Soldaten zu suchen um gegen einen Kampf gewappnet zu sein.

(Alessa)