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Der Roman „Angmar“
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Der Untergang Númenors
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Zeittafel




Eine freudige Bekanntschaft und ein neues Zuhause
Glorfindel ritt dahin an diesem regnerischen Tag. Ihn fröstelte als er durch das Grau in Grau ritt. Er konnte nicht einmal seine Hand vor Augen sehen.
"Was für ein gar abscheuliches Wetter, wann erreiche ich denn endlich Imladris?"
Die Stunden zogen sich dahin und Glorfindel dachte über seine Träume nach, was sie zu bedeuten hatten und warum sie ihn heimsuchten während er durch Moor ritt, welches er vor Tagesanbruch betreten hatte.
Plötzlich stieß Morgenwind ein freudiges Wiehern aus und kurze Zeit später kam ein Fluss in sein Sichtfeld. Auch sah er eine Brücke und hielt darauf zu.
Glorfindel stieg vor der Brücke ab und ließ Morgenwind am Straßenrand grasen während er sich daneben niederließ und etwas Lembas zu sich nahm, welches er erst Gestern in seinen Satteltaschen gefunden hatte, als ein Fremder über die Brücke ritt und auf ihn zuhielt. Glorfindel sprang auf und stellte sich darauf ein, sich notfalls seiner Haut zu wehren. Fremde blieb vor ihm stehen und grüßte ihn freundlich. Zu Glorfindels Freude stellte er fest, dass dieser in hochelbisch zu ihm sprach, obwohl er ein Mensch zu sein schien. Auch war er weder hochnäsig noch eitel, wie es die Elben an den Grauen Anfurten gewesen waren.
Glorfindel ließ sein Misstrauen fallen und bot dem Fremden, welcher sich als Maglin vorstellte, Lembas an und unterhielt sich mit ihm. Nachdem sie sich einige Zeit unterhalten hatten und Glorfindel ihm erzählt hatte, dass er auf dem Weg nach Imladris zu Elrond wäre, meinte dieser, dass er gerade von dort komme und es nicht mehr weit sei. Schließlich fragte Glorfindel Maglin nach seinem Ziel und dieser erzählte ihm, dass er der Sohn von Arveleg, König von Arthedain sei, und auf dem Weg in seine Heimat sei. Das ließ Glorfindel aufhorchen, über die Menschen in diesen Ländern hatte er sich noch keine Gedanken gemacht. Danach unterhielten sie sich noch darüber, wie es Glorfindel auf dem Weg hierher ergangen war und er erzählte von den hochnäsigen Elben denen er begegnet war. Maglin teilte seine Ansichten und sie schlossen eine Freundschaft, die noch lange währen sollte.
Die Sonne stand schon hoch am Himmel als sie ihr Gespräch beendeten und Maglin verabschiedete sich von Glorfindel: "Atenio Freund, ich muss eilen, meine Reise kann nicht mehr länger warten. Ich hoffe, wir sehen uns wieder."
"So Eru will, atenio Maglin!"
Maglin gab seinen Pferd die Sporen und Glorfindel ritt über die Brücke.
Glorfindel ritt aus dem Nebel nachdem er sich von Maglin verabschiedet hatte und sah vor sich das sonnenbeschienene Imladris und verstand auf einmal, was Cirdan mit den "Orten von zeitloser Schönheit" meinte. Er ritt auf das Haus zu, immer noch verhüllt und im Schatten verborgen. Als er in den Hof des Hauses einritt, trat ihm ein junger Elb entgegen und begrüßte ihn: "Alae Fremder, willkommen in Imladris, was kann ich für Euch tun?"
"Ich möchte Elrond sprechen, sag ihm, dass ein Freund von Cirdan hier sei."
"Nicht nötig, ich bin hier" tönte eine Stimme aus Richtung des Hauses.
Glorfindel stieg ab von seinem Pferd und trat auf Elrond zu. Er nahm auch seine Kapuze ab. "Ich grüße Euch, Elrond!"
"Seid gegrüßt, Fremder, und willkommen in Imladris. Freund von Cirdan, was führt Euch zu mir?"
Glorfindel blickte um sich und sprach dann: "Ich wäre euch dankbar, Sohn von Earendil, wenn ich zuerst mein Pferd versorgen könnte, denn ich bin schon lange unterwegs und es ist müde. Außerdem würde ich mich gern setzen, wenn es möglich wäre. Auch kann ich nur zu Euch persönlich sprechen."
Aus dem Schatten trat ein junges Mädchen und führte das Pferd Richtung eines abgelegenen Gebäudes, während Glorfindel Elrond in das Gehöft, welches nur aus einem Haus bestand, folgte und musterte Earendils Sohn. Er war groß gewachsen wie sein Vater und hatte schwarzes Haar. Außerdem strahlte sein Auftreten Weisheit, Güte und Erhabenheit aus.
Sie betraten die große Halle und ließen sich am Feuer nieder. Glorfindel begann zu erzählen, wer er war und warum er zurückgekehrt war. Elronds Miene verdüsterte sich zusehends und hörte ihm ernst zu, denn er machte sich seine Gedanken darüber, was für eine Gefahr drohen musste bevor die Valar einen Toten mit seiner vollständigen Erinnerung in die Welt der Lebenden zurückschicken.
Nachdem Glorfindel geendet hatte, dachte Elrond lange nach. Schließlich sprach er: "Ich spürte es schon, wie ich dich sah. Wenn du willst bist du für die Lebenden, welche nicht in die Welt der Geister blicken, kaum mehr als ein Schatten. Ich bin erstaunt, dass Maglin dich überhaupt gesehen hat. Bis du dich zeigtest warst du für ihn wahrscheinlich kaum mehr als ein Schatten und er konnte dich nur erahnen und schob es auf den Nebel. Ja, deine Geschichte ist beunruhigend. Nicht nur wegen deiner Rückkehr von den Valar, sondern auch, das Verhalten der Noldor, denen du begegnet bist. Doch die Zeiten haben sich geändert, wie Cirdan dir berichtete. Die Ringe der Macht haben es uns ermöglicht Imladris und Lórien zu schaffen, zeitlose Paradiese, in denen es den Elben möglich ist zu ruhen und sich zu erholen und vor allem zu leben, sich wohlzufühlen und ihre Unsterblichkeit zu ertragen. Ich finde, du solltest bleiben und Imladris kennen lernen. Auch wenn du einen Auftrag der Valar bekommen hast, brauchst du doch eine Heimstatt, einen Ort, an den du dich zurückziehen kannst, und seit dem Fall von Gondolin existierte für dich kein solcher Ort mehr. So biete ich dir an, Glorfindel Fürst von Gondolin, bleibe hier in Imladris und stelle dich auf deine Aufgabe ein. Die Valar werden dich wissen lassen, wenn sie dich benötigen. Das Schicksal wird dich leiten."
Die Tür öffnete sich und eine junge Elbin trat herein, begrüßte Glorfindel und sprach: "Das Mahl wird jetzt gerichtet Vater."
"Danke Arwen, das ist Glorfindel aus Gondolin, ein Gast in unserem Hause."
"Gondolin, Vater, das verborgene Reich ist doch schon vor Urzeiten gefallen."
"Setz dich kurz, Kind, ich werde dir kurz berichten." Elrond beschrieb Glorfindels Herkunft.
"Das erste Zeitalter, ich bin erstaunt. Was hat denn die Valar veranlasst, Euch zurückzuschicken, Glorfindel?"
Glorfindel sah sehr nachdenklich aus, als er sprach: "Die Valar sind sehr undurchsichtig, und ihre Bewegründe sind sehr schwer zu verstehen, schöne Arwen. Sie sagten zu mir, ich solle ihr Auge und Ohr sein, doch mittlerweile wundere ich mich, warum die Valar nicht einen der ihren sandten, wohl aus Angst, er könne durch seine Fremdheit mehr zerstören als er retten könnte. Doch sagt mir edle Arwen, seid ihr mit Lúthien verwandt?"
"Ja, bin ich! Auch bin ich mit der Herrin von Lórien, Galadriel und noch einigen anderen verwandt, was jedoch nichts ist im Gegensatz zu Euerer Abstammung, Fürst von Gondolin. Früher habe ich immer gern Eurer Geschichte gelauscht, doch hatte ich nicht erwartet, dass sie Wirklichkeit sein könnte. Vielleicht erklärt Ihr Euch nacher bereit, etwas über Gondolin zu berichten, wenn es für Euch nicht zu schmerzlich ist."
Glorfindel zögerte ein bisschen, bevor er antwortete: "Ich würde mich freuen, wenn ich etwas aus der Zeit von Gondolin berichten könnte, doch zu schmerzlich sitzt noch das Ende desselben. Ich bitte Euch daher, Euch noch etwas zu gedulden, bis ich mich etwas gesammelt habe, doch ich werde Euch allen diese Geschichte nicht vorenthalten."
"Ich verstehe dich vollauf, Glorfindel, ich denke auch, dass du dir gern den Reisestaub aus dem Gewand klopfen würdest und dich etwas ausruhen möchtest. Arwen wird dir dein Zimmer führen, und ich werde dich dann rufen lassen, wenn das Mahl bereitet ist."
"Bitte folgt mir, Glorfindel!"
Sie gingen in den hinteren Teil des Gebäudes in dem sich anscheinend die Schlafgemächer befanden. Arwen öffnete eine unscheinbare Tür und Glorfindel trat ein. Er fand sich in einem schön gestalten, mit Blumen dekorierten, kleinen Raum wieder. In einer Ecke befand sich ein Stuhl, auf dem sich frisch gewaschene Bekleidung befand. Arwen schloss die Tür lautlos hinter sich. Glorfindel legte seine vom Reisestaub verschmutzten Kleider ab, nahm Köcher, Schwert und Bogen ab und ging zu einem bereitgestellten Becken mit Wasser um sich zu erfrischen und den Reisestaub entgültig von seinem Körper zu verbannen. Danach legte er die neuen Kleider an und warf sich seinen Umhang um, welcher erstaunlicherweise keine einzige Abnutzung zeigte, und trat durch die Tür zurück auf den Flur. Diesem folgte er bis zu seinem Ende und von dort aus wand er sich gen Hauptsaal, wo er Elladan und Elrohir, Arwens jüngeren Geschwistern, begegnete. Diese fragte er nach dem Weg zu den Ställen.
"Folgt diesem Gang zurück, den Ihr gekommen seid und wendet Euch nach rechts. Dort werdet Ihr einen Hofausgang finden." Glorfindel bedankte sich höflich und wandte sich in die angegebene Richtung.
Er folgte dem angegebenen Flur und erreichte nach kurzer Zeit wirklich die Tür in den Hof.
Als er in den Stall ging, traf er dort eine junge Elbin, die gerade sein Pferd versorgte!
"Ich grüße Euch, holde Maid, und danke Euch für die Verpflegung meines Pferdes."
"Jeder unser Gäste wird gut versorgt."
"Glorfindel, der Tisch ist gedeckt folgt mir bitte." Von hinten drang Arwens Stimme. Glorfindel verabschiedete sich und folgte Arwen zurück ins Haus.
Am Tisch saßen schon etwa 20 Elben als er sich setzte! Er nahm ungefähr in der Mitte Platz zwischen zwei ihm unbekannten jungen Elben Platz. Er unterhielt sich mit ihnen, während er sein erstes anständiges Mahl seit Wochen zu sich nahm.
Nachdem die Tische beiseite geräumt waren, begannen die Barden und Geschichtenerzähler der Elben ihre Werke vorzutragen. Man unterhielt sich und Glorfindel begann sich richtig wohl in Bruchtal zu fühlen, ein Gefühl, welches er vermisst hatte. Heute brauchte er nicht wachsam sein, heute musste er nicht damit rechnen, irgendeiner Horde Orks oder Schlimmeren in die Hände zu fallen.
Als der letzte Elbenbarde mit seinem Vortrag geendet hatte, erhob sich Elrond und sprach: "Hiermit heiße ich feierlich unseren Freund Glorfindel willkommen, einen alten Bekannten Cirdans, welcher hier in Imladris Unterschlupf gefunden hat."
Nachdem Elrond sich gesetzt hatte, flüsterte er Glorfindel zu: "Ich hoffe, du fühlst dich wohl hier."
Glorfindel nickte. "Aber ich bin sehr müde, ich werde mich, glaube ich, zu Bett begeben. Ich wünsche eine geruhsame Nacht." Glorfindel erhob sich.
"Gute Nacht", rief Elrond ihm nach, als er die große Halle durchschritt und sich in sein Zimmer begab. Und heute schlief er zum ersten Mal wieder richtig gut und ohne irgendwelche Albträume.
Glorfindel wurde am nächsten Tag von den ersten Sonnenstrahlen geweckt. Er erhob sich und fand seine alten Kleider frisch gewaschen im Schrank hängen und neue über seinem Stuhl hängen. Die Kleider von gestern Abend waren verschwunden. Er kleidete sich an und begab sich in die große Halle, wo die Elben schon beim Frühstück saßen. Er begrüßte sie alle freundlich und setzte sich an den Platz, den er schon gestern eingenommen hatte.
Das Mahl mundete ihm vorzüglich. Nach dem Essen erhob er sich und entschied, das schöne Tal doch einmal etwas näher zu erkunden. Glorfindel ging den Weg, der in den Hof hinaus führte und sah sich dann einmal etwas genauer in Imladris um. Überall waren Pflanzen, schöne Gewächse, Blumen und Sträucher. Es duftete nach Blumen und nach Honig. Er fühlte sich so richtig wohl. Er wanderte den ganzen Vormittag durch Imladris und genoss es sich in der wärmenden Sonne zu bewegen. Seit dem Untergang Gondolins hatte er keinen solch schönen Ort mehr gesehen.
So gegen Mittag begab er sich zurück zum Hof, um nach seinem Pferd Morgenwind zu sehen. Es begrüßte ihn schon freudig als er in den Stall trat. Morgenwind war zu seiner vollen Zufriedenheit versorgt. Nachdem er das Mittagsmahl draussen mit den anderen Elben eingenommen hatte, rief ihn Elrond zu sich.
"Glorfindel, meine Tochter Arwen hat mir eröffnet, dass Sie Ihre Mutter und ihre Tante Galadriel besuchen möchte! Doch ich möchte sie nicht allein reisen lassen, nach den Nachrichten, welche du brachtest. So bitte ich dich, Glorfindel, brich morgen früh mit Arwen auf und begleite sie nach Lórien. Auch solltest du dort mit Galadriel sprechen, denn sie kann dir bestimmt etwas über dein Schicksal sagen und kann dir mehr über das, was in Arda passiert, berichten. Ich erwarte dich spätestens in einem Monat zurück. Bis dahin wird vielleicht aus Maglin zurückgekehrt sein. Ich fürchte, es besteht die Notwendigkeit, einen Rat zu gründen und etwas gegen die Bedrohung zu unternehmen. Bist du bereit, Arwen zu begleiten? Ich wäre dir sehr dankbar."
Glorfindel dachte nach, auf der einen Seite wollte er diesen schönen Ort noch nicht verlassen, auf der anderen Seite verstand er Elrond sehr gut und wollte ihm helfen. Schließlich sprach er: "Gut, ich begleite Arwen und werde in spätestens einem Monat zurückkehren."
"Ich schlage vor, dass ihr beim Morgengrauen aufbrecht, um das feindliche Land schnell hinter euch zu bringen. Ich danke dir, Glorfindel!"
"Keine Ursache. Eins noch, Elrond, hast du einen Schleifstein für mich? Ich müsste meine Pfeile schleifen. Außerdem vielleicht mein Schwert putzen. Das Orkenblut ist nicht sehr gut für die Scheide und die Schneide."
"Wende dich an Gladurin meinen Hofverwalter, er wird dir geben, was du brauchst. Ich lasse außerdem für euch genügend Proviant in eueren Satteltaschen verstauen."
Glorfindel erhob sich und begab sich auf sein Zimmer um sein Schwert Gilmedurfuin, Bogen und Pfeile zu holen. Danach begab er sich auf eine Bank vor dem Haus, welche in der Sonne stand, und begann seine Pfeile zu schleifen. Außerdem reinigte er das Schwert mit Hilfe des zuvor besorgten Schleifsteins vom Blut der Orks und stellte den Bogen nach.
Danach brachte er alles auf sein Zimmer und wanderte noch ein bisschen durch die Gegend um Bruchtal, bevor er sich zum Abendessen begab und danach bald in sein Zimmer, wo er sich bald zur Ruhe legte und friedlich einschlief.
(Martin)