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Gästebuch

Der Roman „Angmar“
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Der Untergang Númenors
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Zeittafel




Drachenritter sind so ...

...die Tür flog auf und herein kam ein Mann nicht mehr ganz jung, aber auch noch nicht alt. Obwohl dem Magier die direkte Sicht versperrt war, schätzte er den Neuankömmling auf rund 30 Jahre. Seiner äußeren Erscheinung nach war er ein Gaukler oder Spielmann, jemand, der mit herum reisen und Geschichten erzählen seinen Lebensunterhalt bestritt. Kaum dass er den Raum betreten hatte, stürmte er auch schon zur Theke, bestellte sich lautstark ein Bier, dann drehte er sich mit dieser "Schaut-mal-alle-her-jetzt-kommt-der-Hammer-Miene" zu den anwesenden Gästen um. Selbige schon aufmerksam geworden durch den lautstarken Eintritt und die bunte Erscheinung des "Neuen", blickten gespannt in seine Richtung und harrten der Worte die nun gleich folgen würden:
"Höret mal alle her, werte Gäste! Mein Name ist Siegfried Sagesallen, stellt Euch vor gerade eben komme ich von der Burg der Drachenritter."
Einige der Gäste nickten wissend, der Titel Drachenritter war ihnen wohl bekannt, die gewaltige Drachenburg stand am Rand ihrer Grafschaft und es hieß viele der besten Ritter des gesamten Landes, wären dort durch einen Pakt, eine Art Ring miteinander verbunden. Auch hieß es, dass dort auf jeden neuen Anwärter die schrecklichsten Prüfungen warteten, dass seine Heimatburg stark und groß sein müsse und das Verstöße gegen Recht und Ordnung zum sofortigen Ausschluss aus dem Bund führten.
Siegfried Sagesallen fuchtelte wild mit seinen Armen herum, entweder um sicher zu sein das Ihn wirklich jeder in der Schenke bemerken musste, oder um irgend etwas zu verscheuchen was nur er sehen konnte.
"Also da betrete ich die Drachenburg und trage mich in die Rolle der Knappen ein, was schon eine Frechheit und eine Beleidigung meiner Person darstellt, schließlich bin ich seit mindestens zwei Wochen der Besitzer einer neuen, der schönsten und besten Burg, die das Land je gesehen hat."
"Aus allen anderen Burgen habe ich mir die schönsten Stücke ausgesucht und als Kopien in meinen Thronsaal gestellt, so das ich den schönsten und prächtigsten Raum im ganzen Königreich haben muss."
"Zusätzlich habe ich alle Wände voller Bilder, die ich aus fremden Galerien und Archiven entliehen habe, ich bin sicher den Künstlern wird es eine Ehre sein, auf einer Prachtburg wie der meinen, ihre armseligen Kunstwerke wieder zu sehen."
"Dann habe ich noch die gesamte Burg mit Lampen und Wimpeln geschmückt, ein unbeschreiblicher Anblick, es blinkt und bewegt sich überall, bunten Lichter zucken durch die Nacht und ständige Musik erfüllt alle Räume."
"Mit einfachen Worten, es ist ganz sicher die hervorragenste, prächtigste, beeindruckendste Burg weit und breit, eines Königs, ach was eines Kaisers würdig, gebaut für die Ewigkeit, geschaffen um zu siegen, das Wallhalla & Carmelot unter einem Dach vereinigt."

Siegfried Sagesallen machte eine bedeutende Pause, um sich an den staunenden und teilweise neidischen Blicken der Gäste zu laben, die Blicke der meisten Anwesenden hingen an seinen Lippen, gespannt warteten sie darauf zu hören wie dieser mächtig wichtige Burgherr bei den Drachenritter Einzug gehalten hatte.
"Doch stellt Euch vor", Siegfrieds Gesicht verfinsterte sich und Zornesröte breitete sich auf seinen Wangen aus: "Stellt Euch vor, was dieser dekadente, eingebildete, völlig unfähige Haufen von elenden Drachenritter zu mir, der ich nun wahrlich ein Meister aller Klassen bin, sagt?"
"Sie erzählen mir etwas von fremden Eigentum und gegenseitigen Respekt, pah Schwachsinn!"
"Die Welt gehört denen, die sich nehmen was sie brauchen, was interessiert mich wo so ein dämlicher Text herkommt? Die Rolle ins eigene Archiv packen, das ist die große Kunst des Burgenbaus."
"Fremde Bilder... na und! Egal, dass sie bei mir hängen, macht sie doch nur bekannter, soll der Künstler doch froh sein, dass seine Geschmiere überhaupt irgend jemand haben will, wenn es ihn/sie stört, dass überall seine Bilder rumhängen. Ja, warum nimmt er sich denn nicht bei sich zu Hause von den Wände, das wäre doch schon mal ein guter Anfang!"
"Dann diese dämlichen Kommentare einiger Ritter, nur weil sie das falsche Pferd ( Browser ;-) haben, kommen sie nicht über meine Zugbrücke, mein Gott was kann ich denn dafür, dass sie noch nicht einmal richtig ausgerüstet sind, sollen sie doch wechseln, meine Burg wird sowieso der neue Standard."
"Und die Suche nach Fehlern, meine Güte, nach einigen Wochen KANN doch nicht alles fertig sein, das sollte jedes Kind wissen, wenn da ein Schild "Vorsicht Baustelle, under construction" hängt. Ja, da geht man doch nicht rein, Mensch! Die sind aber auch zu dämlich!"
"Doch der absolute Höhepunkt war diese vertrottelte alte Magier, kommt diese Kalkleiste doch tatsächlich angeschlichen, mäkelt an Allem und Jedem rum und hat dann noch den Nerv, in der Ritterversammlung gegen meine Aufnahme zu stimmen!"
Siegfried Sagesallen musste innehalten und keuchend nach Luft schnappen, so völlig erregt hatten Ihn die voller Wut und Hass ausgestoßenen Worte, Beifall heischend blickte er sich um.
"Doch jetzt mache ich sie alle fertig, ich ziehe durch das gesamte Land und erzähle überall, wie es wirklich war, dieser arrogante, eingebildete Haufen Blechtöpfe hat seinen letzten Atemzug getan, die Drachenburg wird untergehen - und wenn es das Letzte ist was ich in meinem Leben tue."
Erstaunt blickten sich die Gäste einander an, was wollte Ihnen der fremde, scheinbar völlig verwirrte Mann bloß sagen? Jeder hier in der Gegend wusste um die Prüfungen der Drachenritter, jeder wusste, dass fremde Federn nicht zum Fliegen taugen, ja selbst den Kleinsten und Jüngsten wurde gelehrt, dass nur die eigene Leistung zählt und das Diebe und Betrüger selten Erfolg haben. Noch nie hatte man davon gehört, dass derartige Personen in den Stand eines Drachenritters erhoben wurden. Mitleidige Blicke trafen die abgerissene Gestalt, die immer noch an der Theke lehne und vergeblich darauf zu warten schien, dass sich die Gäste auf seine Seite schlugen.

"Aber, äh ich...", verwirrt stammelte Siegfried Sagesallen und sah sich erstaunt um: "Glaubt Ihr mir etwa nicht?"
"Ich bin der auf den alle gewartet haben, der Held der Helden, der Beste der Besten, the King of Currywurst!"
Immer noch gestikulierend und zunehmend wirres Zeug redend verließ er den Schankraum, er blickte sich noch einmal um und ein entsetzter Schrei drang durch die späte Nacht.
Vorhin war er so aufgeregt und in Eile gewesen, das er nicht auf die Schilder am Wegesrand geachtet hatte, doch jetzt sah er es, über der Eingangstür hing ein großes Schild auf dem stand * Reigam`s Herberge *


Epilog:
Noch viele Jahre hörte man immer wieder von einem verwirrten, alten Gaukler der durch die Lande reiste und die Drachenritter wüst beschimpfte, doch immer weniger Leute hörten Ihm zu und irgendwann verstummte sein Ruf ganz.
Doch vielleicht gibt es Ihn doch noch und er wartet nur darauf erneut seine Geschichte zu erzählen ...
(Dieser Text wurde geklaut mit freundlicher Genehmigung von „Reigam“)