Allgemein
Homepage | Aktuell | faq | Tolkiens Romane | Jacksons Verfilmung | Bilder | Musik | Spaß in Mittelerde | Links | Gedichte | Geschichten | Suchen in der website | Chat | Forum |
Gästebuch

Der Roman „Angmar“
Spielregeln | Romanvorgabe | Die Autoren | Eigennamen | Entwürfe (zeitlich) | Entwürfe (nach Personen) | Stand des Romans | Zeittafel

Der Untergang Númenors
Spielregeln | Romanvorgabe | Die Autoren | Eigennamen | Entwürfe (zeitlich) | Entwürfe (nach Personen) | Stand des Romans |
Zeittafel




Film-Satire

Bilbos Feier und Abschied

Es war ein schöner Sommertag und Frodo Beutlin nutzte diesen, um entspannt an einem Baum lehnend und fern vom geschäftigen Treiben in Hobbingen seine Ruhe zu genießen. Er wollte sich gerade einen Zug Pfeifenkraut genehmigen, als er das Geräusch einer Kutsche hörte, die sich Hobbingen näherte. Gandalf der Zauberer war der Kutscher. Er trug ein langes, graues Gewand und einen Spitzhut. Spitzhüte waren gerade in Mode gekommen, denn sie sahen zwar albern aus, jedoch schützten sie sehr gut gegen die Sonne. Da sein Pony die Kutsche nur langsam voranbrachte, konnte Gandalf diese mit einer Hand steuern, während er in der anderen ein Pfeife hielt, aus der er von Zeit zu Zeit tiefe Züge nahm. Er musste zugeben, dass er das Pfeifenkraut aus dem Auenland liebte. Das Zeug würde ihn irgendwann noch süchtig machen.
Frodo rannte durch den Wald, bis er den Weg erreichte, auf dem er die Kutsche hatte hören kommen. Er blieb stehen, verschränkte die Arme und
überlegte nach einem schlauen Spruch: "Du siehst gut aus, Gandalf! Du solltest nur den Hut absetzen und mal mehr Sonne in dein Gesicht lassen", sagte er schließlich.
Der Zauberer hielt die Kutsche an, blickte ernst zu dem Hobbit hinüber und antwortete: "Ein Zauberer ist niemals zu blass, noch ist seine Haut zu sehr von der Sonne gebräunt. Sein Teint ist immer präzise genau so, wie er sein sollte."
Gandalf und Frodo schauten sich beide ernst an und als der Hobbit immer mehr wie ein Honigkuchenpferd zu grinsen begann, konnte auch der Zauberer nicht mehr seine Miene aufrechterhalten und lachte.
Mit einem Hechtsprung sprang Frodo auf die Kutsche und Gandalf in die Arme.
"Es ist wundervoll, dich endlich wiederzusehen, Gandalf!"
"Ich freue mich auch, doch wie mir scheint, ist euer Friseur in Hobbingen verstorben."
"Wie meinst du das?"
"Ach, nur so, nur so..." Gandalf blickte auf das gelockte Haar des Hobbits
und lachte wieder. "Komm, Naddel", sagte er zu seinem Pony und gab ihm ein Zeichen zum weiterlaufen.
"Du, Gandalf, wo ich gerade deine Pfeife sehe. In all der Aufregung habe ich meine eben liegen gelassen, darf ich vielleicht einen Zug nehmen?"
Der Zauberer guckte verstört und wurde ein wenig sauer, aber dann dachte er sich, dass man sich so viele Jahre nicht gesehen hatte und ein Zug ja durchaus erlaubt wäre. "Gut, Frodo, ein Zug und keiner mehr!"
Frodo nahm einen Zug und bekam die Pfeife fast aus der Hand gerissen. Doch er bemerkte gar nicht, wie schroff Gandalf war, denn das süße Pfeifenkraut stieg ihm in Mund und Nase und belebte seine Geister.
"Nun, mein lieber Freund, was gibt es Neues? Erzähl mir alles!" wollte der
Hobbit wissen.
"Was soll ich dir erzählen? Das Leben in der weiten Welt geht weiter, einige Zaubererkollegen haben mir neue Kunststückchen beigebracht und das Pfeifenkraut aus dem Auenland ist noch immer das beste."
Frodo lächelte. "Wie wahr, wie wahr..."
Die beiden Freunde erreichten den Kern von Hobbingen, in dem die Hobbits fleißig ihren Arbeiten nachgingen. Niemand stand ruhig und alle waren mit irgendwelchen überaus wichtigen Dingen beschäftigt. Gandalf hörte, wie ihn einige wiedererkannten und seinen Namen nannten. Schließlich erreichte die Kutsche die Wohnhäuser des Ortes, die alle halb versteckt in mit Gras bedeckte Hügel gebaut worden waren. Frodo und der Zauberer passierten gerade ein Haus, vor dem ein dicklicher Hobbit fegte, als mehrere kleine Kinder hinter ihnen herrannten und Gandalfs Namen riefen.
"Nun ja", sagte der Zauberer gerührt, "wenn es sein muss." Und kaum hatte er gesprochen, regnete es über den Köpfen der Kinder Pfeifenkrautblätter, die jubelnd von den kleinen Händen aufgefangen wurden. Als der dicke Hobbit dies sah, fing er an zu lachen, und er wollte gerade seinen Vorgarten verlassen, um auf den schmalen Weg zu den Kindern zu rennen, als er den bitterbösen Blick seiner Gattin bemerkte. Er hörte auf zu grinsen und fegte weiter. Öko-Tante, dachte er.
Frodo lächelte notgedrungen ob der Freude, die Gandalf den Kindern bereitet hatte, doch hatte er sich zurückhalten zu müssen, nicht von der Kutsche zu springen, um selber einige der kostbaren Blätter einzufangen.
"Ich scheine nicht ganz vergessen worden zu sein, was?" fragte der Zauberer.
"Gandalf, du giltst als Unruhestifter. Immer, wenn du auftauchst, sagst du
halbe Katastrophen vorher. Doch was die Einwohner von Hobbingen viel mehr wurmt, ist, dass seltsamerweise nach deinen Abreisen immer wieder große Pfeifenkrautvorräte fehlen."
"In der Tat sehr sehr seltsam... und man hat den Dieb noch nicht gefunden?"
"Aber Gandalf... wie soll man einen Zauberer beim Diebstahl erwischen können?" Frodo grinste und sprang dann von der Kutsche. "Trotz allem, es ist schön, dass du wieder hier bist - schließlich hast du dich nie an meinen Vorräten vergriffen."
Du hast es nur nie bemerkt, mein guter Frodo Beutlin, dachte Gandalf.
Naddel und Gandalf erreichten Bilbos Haus. Der Zauberer stieg von der Kutsche und klopfte mit seinem Stab gegen die Haustüre.
"Neeein! Rorig hat mir versprochen, erst einen Geldeintreiber vorbeizuschicken, wenn ich das Pfeifenkraut bis nächste Woche nicht bezahlt habe. Verschwinde, niemand kommt hier herein!"
"Und was ist mit guten Freunden?"
Langsam öffnete sich die Türe und Bilbo trat zögerlich ins Freie. Der Friseur scheint tatsächlich verstorben zu sein...
"Gandalf?" fragte der Hobbit. "Mein guter Freund, komm doch herein. Was
möchtest du haben, Tee oder was anderes? Gib mir deinen Hut, er stört nur hier im Haus. Lass mich eben die Türe abschließen und dann bringe ich dir, was du verlangst. Ich habe auch eine ganz neue Eigenkreation entwickelt, ein Getränk aus bereits gerauchten Pfeifenkrautblättern. So kann ich das gute Zeug gleich zweimal genießen, einmal beim Rauchen und später als Aroma meines Getränks. Es ist ein sehr guter Jahrgang, keine Ahnung von wann, aber du warst ja ewig nicht hier, so alt ist er fast schon. Oder möchtest du doch was anderes haben? Ich gehe gleich und..."
Bilbo verschwand weiter vor sich hin redend in den zahllosen Gängen seiner Behausung und ließ Gandalf im Eingangsbereich zurück. "Nur Tee", rief er dem Hobbit hinterher. Mochte er auch pfeifenkrautsüchtig sein, doch ein Getränk aus bereits benutzten Blättern ging ihm doch zu weit. Das Haus war viel zu klein für ihn und so stieß sich der Zauberer seinen Kopf am Kronenleuchter. "Mein Güte, das Teil hängt mir ja auf Hüfthöhe." Und kaum hatte er es gesprochen, schlug er mit voller Wucht gegen einen
Dachbalken. "Meine Fresse, gleich werde ich richtig sauer, du Scheißbalken."
Gandalf folgte dem redseligen Bilbo in die Küche und erschreckte diesen, als er plötzlich hinter ihm stand.
"Was wolltest du doch gleich, Gandalf? Mein neues Pfeifenkrautgetränk?"
"Nur Tee."
"Gut, dann setze dich, mach es dir gemütlich, der Tee ist schnell fertig."
Dann wurde der Hobbit still und als er seinen Freund bedient hatte, stellt
er sich ans Küchenfenster. "Ich möchte wieder die Berge sehen, Berge, Gandalf, verstehst du? Und einen ruhigen Ort, an dem ich beim Buch fertigschreiben kann."
"Also wirst du deinen Plan ausführen? Ich bewundere dich, Bilbo. In und um den Gebirgen wächst gar kein oder nur wenig Pfeifenkraut."
"Ich weiß, doch kann nicht immer nur bekifft sein, wenn ich mein Buch schreibe. So wird das nichts."
"Frodo ahnt etwas von deinem Vorhaben."
"Er ist halt ein Beutlin. Er würde mit mir kommen, in die Berge, zu den Elben. Ja, er würde mir folgen, wenn ich ihn darum beten würde, doch er hängt noch zu sehr an den Pfeifenkrautfeldern... ich meine... am Auenland. Ich bin alt, Gandalf. Ich weiß, ich sehe nicht danach aus, aber ich fühle es in meinem Herzen. Pfeifenkraut hält äußerlich jung, doch innerlich hat es mich alt gemacht. Ich fühle mich dünn, ausgemergelt, wie Pfeifenkraut auf zu viele Pfeifen verteilt. Ich brauche einen langen Urlaub und ich werde nicht von ihm wiederkehren."
Abends saßen Gandalf und Bilbo an einem Hang und genossen ihre vollgefüllten Pfeifen. In der Ferne beobachteten sie, wie die Feierlichkeiten für Bilbos Geburtstag bereits begonnen hatten. Der Hobbit machte einen spitzen Mund und stieß einen Ring aus Rauch hervor. Nun war der Zauberer an der Reihe. Gekonnt formte er aus seinem Rauch eine Nachbildung von Rorig Brandybock, die durch den Ring spazierte.
"Du bist gemein", brummelte Bilbo.
"Ich weiß", gab Gandalf lächelnd zurück.
Die Feier war in vollem Gang, alle tanzten, sangen und bewunderten Gandalfs Feuerwerk. Während Bilbo die Gäste begrüßte, brachte Frodo seinen Freund Sam Gamdschie dazu, endlich dessen Flamme Rosie zum Tanzen aufzufordern. Die Hobbits Pippin und Merry schlichen zu Gandalfs Kutsche, als dieser sich von ihr entfernt hatte, und suchten nach einem besonders dicken Feuerwerkskörper.
"Nimm den", sagte Merry. "Er sieht aus, wie ein riesiges Pfeifenkrautblatt."
Die beiden "liehen" sich besagten Knaller und zündeten ihn auf einer Rakete an. Bevor sie sich einigen konnten, wer den Körper nun zu halten hatte, flog die Rakete auch schon in die Lüfte und entfaltete über die ganze feiernde Gemeinschaft tausende von Pfeifenkrautblättern. Alle jubelten und lachten und sprangen in die Höhe, um nach den Blättern zu greifen. Doch erst als sie von ihren Funken berührt wurden, nahmen sie zuckend ihre Hände zurück und bemerkten, dass sie hintergangen worden waren.
"Das war gut", sagte Pippin. "Wie sie jetzt alle enttäuscht sind."
Hinter ihnen hatte sich unbemerkt Gandalf genähert, der den beiden an die Ohren faßte. "Peregrin Tuk und Meriadoc Brandybock, ich hätte es wissen müssen. Natürlich war die Rakete gut, doch wollte ich sie mir für ganz am Ende aufheben, um mir die dummen Gesichter anzusehen."
Bilbo stellte sich vor seinen Gästen auf einen Hocker, um von allen gesehen zu werden. Er wollte der Aufforderung nach einer Rede nachkommen. Er begann: "Meine lieben Beutlins und Boffins, Tuks und Brandybocks, Grubers und Pausbackens, Lochners und Hornbläsers und Bolgers, Straffgürtels, Gutleibs, Dachsbaus und Stolzfußens..."
"Stolzfüße!" unterbrach ihn ein Hobbit aus der Menge und zeigte seine behaarten Füße. Die Gäste in seiner Nähe rümpften die Nase.
"Heute ist mein einundelfzigster Geburtstag", setzte Bilbo die Rede fort. "Es ist toll, unter so vielen wunderbaren Hobbits zugegen zu sein. Doch kenne ich die Hälfte eurer Pfeifenkrautvorräte nur halb so gut, wie ich es gern möchte, und ich mag weniger als die Hälfte von euren angebauten Pflanzen nur halb so gern, wie sie es verdienen."
Ruhe kehrte ein, denn niemand verstand so richtig, was Bilbo ihnen gesagt hatte. Hatte er nun ihr geliebtes Pfeifenkraut - jeder wandte bei der Kultivierung schließlich andere Geheimrezepte an, um ein besonderes Aroma zu erhalten - beleidigt oder es geehrt?
Bilbo steckte eine Hand in die Tasche, kramte darin herum und holte einen Ring hervor, den er in seinen Händen hinter dem Rücken festhielt.
"Ich gehe nun, ich verlasse euch jetzt. Lebt wohl!"
Bilbo war plötzlich unsichtbar, nicht mehr zu sehen einfach weg, und die Menge erhob sich laut und verwirrt.
Die Türe zu Bilbos Haus öffnete sich und von einem Moment zum nächsten war der Hobbit wieder zu sehen. Er warf lachend den Ring in die Luft und machte sich an die Vorbereitungen für seine Reise. Er erschrak heftig, als Gandalf vor ihm stand.
"Es gibt viele magische Ringe und keiner von ihnen sollte sinnlos gebraucht werden."
"Aber ihre Gesichter... nun gut, du hast recht, wie immer. Du hältst ein Auge auf Frodo, wenn ich weg bin, ja?"
"Zwei Augen, so oft ich nur Zeit habe."
Bilbo kramte in seinen Sachen herum und packe seinen Rucksack. "Ach, ich werde alles hier zurücklassen."
"Was ist mit dem Ring? Bleibt er auch hier?"
"Ja ja, er liegt dort am Kamin."
Gandalf blickte zum leeren Kaminsims.
"Warte", sprach Bilbo langsam. Der Ring ist hier in meiner Tasche." Der Hobbit beäugte das Schmuckstück von allen Seiten und ließ ihn durch die Hände gleiten.
"Ist es so schwer, ihn hier zu lassen?"
"Nein... und ja. Er gehört mirrr... mein Schatzzz!"
"Er wurde schon einmal so genannt, doch nicht von dir."
Der Hobbit fuhr herum und schrie wild um sich. "Die willst ihn mir stehlen,
Gandalf, gib es zu. Du willst ihn haben, damit du der Herr über das Pfeifenkraut Mittelerdes wirst!"
Im Haus wurde es dunkel und Gandalf nahm eine seltsame Gestalt an, die sich vor Bilbo aufbaute. Mit tiefer Stimme sagte er: "Ich versuche nicht, dich zu berauben, Bilbo Beutlin." Und wieder normal sprach er: "Ich versuche, dir zu helfen."
Bilbo wischte sich den Schweiß von der Stirn und schloss kurz die Augen. Bei meinen behaarten Füßen, wie sah Gandalf eben aus? Ich muss schon zuviel von dem Zeug geraucht haben... Der Hobbit schmiegte sich an den Zauberer an und entschuldigte sich.
"Der Ring muss an Frodo gehen", bestimmte er.
Der Hobbit setzte seinen Rucksack auf und ging zur Tür. "Es ist Zeit und der Weg ist lang."
"Bilbo", sagte Gandalf, als der Hobbit die Tür schon geöffnet hatte. "Der Ring ist immer noch in deiner Tasche."
Bilbo holte ihn aus seiner Tasche und beäugte den Ring, wie er auf seiner
Handfläche lag. Der Herr über alles Pfeifenkraut der Welt hätte ich sein können. Mühsam ließ er den Ring auf den Boden fallen und ging schnell aus der Tür. Er dreht sich um zu Gandalf, der ihm gefolgt war, und sagte: "Mir ist ein Ende für mein Buch eingefallen: Und er lebte glücklich bis ans Ende seiner Tage, denn er kultivierte nun das beste Pfeifenkraut Mittelerdes."
"Und ich bin sicher, du wirst es auch, mein guter Bilbo."
"Auf Wiedersehen", verabschiedete sich der Hobbit und machte sich singend auf den Weg.
"Auf Wiedersehen", sprach Gandalf. "Bis zum nächsten Treffen."

(Heike)