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Der Roman „Angmar“
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Der Untergang Númenors
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Zeittafel




Film-Satire

Frodos Aufbruch

Als Bilbo aus seinem Blickwinkel verschwunden war, ging Gandalf wieder ins Haus zurück. Im Eingang blieb er stehen und schaute auf den Ring herab, den der Hobbit nur mühsam hatte fallen lassen können. Der Zauberer überlegte einen Moment, bückte sich dann und fasste den Ring mit seinen Fingerspitzen an. Ein Bild raste durch Gandalfs Kopf und Schmerzen durch seine Finger, so dass er zurückzuckte. Der physische Schmerz verging schnell, doch der seelische blieb. Das Bild mochte nur den Bruchteil einer Sekunde existent gewesen sein, doch Gandalf hatte ihn gesehen... Saruman... mit drei oder vier widerlichen, billigen Call-Orks um sich herum. Beim Feuer des Orodruin, wie konnte er ihm das nur antun. Sie waren erst kurze Zeit getrennt und schon vergnügte sich Saruman mit anderen herum...
Gandalf setzte sich ans Kaminfeuer und dachte über die Vergangenheit nach. Einiges war falsch gelaufen zwischen ihm und Saruman und wahrscheinlich war er selber den größeren Teil Schuld an dem Ende ihrer Beziehung. Meine Güte, wie war er doch immer sofort eifersüchtig geworden, wenn nur der niedrigste Ork in Sarumans Nähe gewesen war.


"Bilbo, Bilbo", erschallte es von der Türe her. Frodo kam herein, nahm den Ring auf und entdeckte den nachdenklichen Gandalf.
"Er ist gegangen, nicht wahr?" wollte der Hobbit wissen. "Er hat solange davon erzählt, aber ich hätte nicht gedacht, daß er so bald gehen würde."
Der Zauberer hielt Frodo einen leeren Umschlag hin und wies ihn auf, den Ring hineinzuwerfen. Da schloß und versiegelte er das Papier und gab es dem Hobbit. "Er gehört dir, Frodo. Bilbo ist zu den Elben gegangen, es geht ihm dort gut."
Frodo stutzte. "Aber es gibt dort kein Pfeifenkraut, die Elben mögen es nicht."
"Ich weiß, Frodo, doch wer versteht schon, was in Bilbo vorgeht. Er will sein Buch fertig schreiben, weißt du... Und nun muss ich gehen." Gandalf stand auf, nahm seinen Stab und verschwand in Windeseile. "Halte den Ring geheim", rief er Frodo zu.


Draußen setzte sich der Zauberer auf seine Kutsche und beugte sich vor, um sein Pony zu streicheln. "Wusstest du, dass sich Saruman schon wieder mit anderen herumtreibt und mich scheinbar längst vergessen hat?"
Naddel wieherte.
"Was, du wusstest davon? Warum erzählst du es mir dann nicht, Naddel?"
Das Pony wieherte dreimal kurz.
"Ach so, du wolltest mich nicht verletzten. Ja, ich glaube, ich könnte es dir auch nicht sagen, wenn dich Dieter betrügen würde. Aber Pferde und Ponys sind zum Glück nicht untreu, was?" Gandalf lächelte gequält und gab Naddel das Zeichen zum Losgehen. Irgendwann stellte er die Kutsche in einem Dorf ab und sattelte auf einen schnellen Hengst um. Es war Dieter.
Gandalf erreichte Minas Tirith nach einiger Zeit und ließ sich in einer Bibliothek Pergamente aus dem Zweiten Zeitalter geben. Bei Kerzenschein begann er darin zu lesen. Er erfuhr von dem Einen Ring, von Sauron und Isildur - und schließlich stand auf einem Pergament geschrieben, dass sich der Ring der Macht im Aussehen von allen anderen Ringen unterscheiden würde, wenn man ihn nur im Feuer erhitzte.


Frodo und seine Freunde hatte gerade einen feuchtfröhlichen Abend in der Kneipe hinter sich gebracht, als sie sich auf den Weg nach Hause machten. Der Hobbit betrat sein Haus und sah Gandalf dort sitzen. Oh nein, dachte Frodo und ganz heimlich, still und leise machte er kehrt.
"Nun, Frodo", ertönte die Stimme des Zauberers. "Meinst du nicht auch, daß du dir schon Schuhe anziehen solltest, wenn du vor mir unbemerkt bleiben möchtest? Weißt du, Pfeifenkraut nehme ich für meine Seele und stinkigen Käse für meinen Körper, damit ich nicht vom Fleisch falle. Eure Füße riechen ähnlich. Gib mir lieber den Briefumschlag mit dem Ring."
Frodo eilte und gab Gandalf, was er gefordert hatte. Der Zauberer warf den Umschlag ins Kaminfeuer und stocherte mit einem Ast in den brennenden Holzscheiten herum.
"Was tust du dort?" fragte Frodo.
Gandalf fischte den Ring mit dem Ast aus dem Feuer und hielt ihn dem Hobbit entgegen. "Halte die Hand auf, er ist kalt."
"Bist du sicher, dass du nicht zuviel gekifft hast? Ich meine, der Ring lag im Feuer und..."
"Nimm den Ring", schrie der Zauberer.
Frodo tat, wie ihm geheißen. "Ist ja schon gut. Aber weißt du, wenn du sauer auf Saruman bist, brauchst du es nicht an mir auszulassen."
"Woher weißt du von Saruman?"
"Gandalf, mein Freund. Wann warst du besonders gut gelaunt? Wenn du von Saruman erzählen konntest. Wann hast du mich mit Zöpfchen besucht, wie nur die Elben sie eigentlich tragen? Nachdem ihr, du und Saruman, eure heißen... äh, na ja... Und wann bist du schlecht gelaunt?"
"Wenn was mit Saruman war", beendete Gandalf den Satz.
"Richtig."
"Okay, wir haben uns getrennt und ich will nicht drüber reden, klar? Was kannst du sehen? Ich meine den Ring. Kannst du was sehen?
"Nichts, dort ist nichts... Doch, warte... Zeichen, Elbenzeichen, doch ich verstehe die Sprache nicht."
"Oh nein", flüsterte Gandalf. "Du verstehst sie nicht, weil sie in der Sprache von Mordor geschrieben wurden. Dort steht: ´Ein Ring sie zu knechten, sie alle zu finden, in den Suff zu stürzen und ewig zu binden´."


Frodo und der Zauberer setzten sich an einen Tisch, der Ring lag vor ihnen.
"Es ist der Eine Ring, Frodo, der Ring von Sauron, den Isildur ihm abgenommen hatte."
"Und Bilbo hat ihn gefunden... Er wusste, dass es der Eine Ring ist, doch hat er ihn nie missbraucht, um der alleinige Herr über das Pfeifenkraut zu werden."
"Nein, das war sehr edel von Bilbo. Doch nun ist der Ring erwacht, weil sein Meister nach ihm ruft."
"Aber Sauron ist tot!"
"Nein, der Geist Saurons überlebte und er sucht nun seinen Ring. Sauron ist zurückgekommen, um ihn zu finden. Sie beide sind eins, der Ring und der Dunkle Herr. Er darf den Ring nicht finden."
Frodo stand auf. "Okay, kein Problem. Wir lassen den Ring einfach hier und verstecken ihn irgendwie und wir werden nie mehr über ihn reden. Niemand weiß, dass er hier ist, oder?"
"Bist du so doof oder tust du nur so, Frodo? Gollum ist in Saurons Hände gefallen, bevor ich ihn fand. Sie haben ihn gefoltert..."


Frodo sprang auf und hielt Gandalf den Ring vor die Nase. "Nimm du ihn, nimm du ihn!"
"Du kannst mir den Ring nicht geben."
"Doch, ich gebe ihn dir."
"Nein, ich kann ihn nicht nehmen, weil er in meinen Händen zu mächtig wäre. Ich würde mit ihm Gutes tun wollen, Pfeifenkraut für alle oder so, aber durch mich würde der Ring nur eine grausame Macht darstellen."
"Du könntest doch selbst der Herr des Pfeifenkrauts werden, Gandalf!"
"Nein, Frodo, verdammt, hörst du mir denn nie zu? Sauron und er sind eins. Der Ring ist nur für die Hände seines Meisters geschaffen, nur ihm gehorcht er. Alles andere ist Schein."
"Der Ring kann aber auch nicht im Auenland bleiben. Du kennst doch Rosie, Bauer Maggot und wie sie alle heißen. Verrückt sind die nach dem Zeug. Sie würden alles tun, um den Einen Ring zu besitzen. Was muss ich tun?"
Während Frodo seinen Rucksack packte, erklärte ihm Gandalf: "Du musst das Auenland verlassen und nach Bree gehen. Warte dort im 'Tänzelnden Pony' auf mich. Ich werde dort sein."
"Warum soll ich alleine gehen? Was machst du wieder die ganze Zeit? Wahrscheinlich versöhnst du dich wieder einmal mit Saruman, ihr verbringt tolle Wochen in eurem Liebesnest und ich soll mich nach Bree durchbeißen."
"Frodo, nicht in diesem Ton. Saruman ist was besonderes, klar? Und sieh es doch so, ich vertraue dir abgrundtief, denn du könntest dich mit dem Ring aus dem Staub machen, ohne dass ich davon bemerken würde."
Frodo dachte nach. "Ja, du hast recht. Wir werden uns in Bree wiedersehen."
"Reise immer fernab der Straße und benutze den Namen Unterberg, denn Gollum hat deinen wahren Namen verraten".
Als der Hobbit alles für die Reise gepackt hatte und in voller Montur vor seinem Freund stand, sagte der Zauberer: "Hobbits sind wirklich geheimnisvolle Wesen. Du kannst alles über sie in einem Monat lernen, doch selbst nach hundert Jahren können sie dich noch überraschen, indem sie - weiß der Geier woher - solche Dinge wissen, die nur ich und Saruman in unseren romantischen Stunden ausgetauscht haben. Ihr seid ein neugieriges Pack..."


Gandalf hielt inne, denn er hatte vom offenen Fenster her ein Geräusch gehört. Er stürmte hervor, stach mit seinem Stab aus dem Fenster und zog einen Hobbit damit herein. Es war Samweis Gamdschie.
"Nicht so grob, Herr Gandalf", wimmerte Sam. "Man erzählt sich, ihr wäret ein sehr... zärtlicher Mann, also du und Saru..."
Der Zauberer warf Frodo einen giftigen Blick zu.
"Was hast du von unserem Gespräch gehört, Samweis?"
"Nichts, nichts. Nur etwas über den Dunklen Herrn und das Ende der Welt und... Ich habe nur Gras geschnitten, ehrlich."
"Nun, ich habe einen sehr guten Nutzen für dich. Du wirst beschäftigt sein und mein Privatleben wird sich für einige Zeit nicht mehr in ganz Hobbingen verbreiten. Du wirst Frodo begleiten."


Während Frodo, Sam und Gandalf sich auf den Weg machten, erreichten die Nazgûl bereits das Auenland, um nach einem Beutlin zu suchen...
Gandalf verließ die beiden Gefährten nach kurzer Zeit und ritt auf Dieter davon. Er galoppierte Richtung Isengart, denn er musste noch einmal mit Saruman sprechen...

(Heike)