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Der Roman „Angmar“
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Der Untergang Númenors
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Zeittafel




Abenddämmerung



10. Kapitel

Die Dryaden


Als Aduial die Augen aufschlug erblickte er ein dichtes, grünes Blätterdach über sich. Er ließ seinen Blick so weit es ging über die Decke über ihm schweifen, doch so weit er auch blickte – er sah nur Blätter in den verschiedensten Grüntönen. Durch vereinzelte Lücken fiel Sonnenlicht.
Aduial richtete sich leicht auf und stütze sich auf die Ellbogen. Jetzt bemerkte er, dass er auf einer Art Liege aus Gras und Blättern lag. Jemand hatte eine Decke über ihm ausgebreitet, die aus langen Blättern und Grashalmen gewoben war. Trotzdem fühlte sie sich weich und auf eine unbeschreibliche Art ‚lebendig’ an. Er wandte den Kopf und erblickte Laurelim und Sinda, die neben ihm auf gleichen Liegen lagen und noch fest schliefen. Vorsichtig stemmte er sich weiter hoch, bis er aufrecht saß. Seltsamerweise überfiel ihn diesmal kein Schwindelgefühl. Er fühlte sich frisch und ausgeruht wie seit langem nicht mehr. Geschwind tastete er seinen Körper ab und stellte fest, dass er noch voll bekleidet war. Auch den Gürtel mit dem Dolch trug er noch, ebenso wie die Kette, deren Anhänger unter seinem Hemd verborgen war. Unweit von ihnen erspähte er die Satteltaschen und Sättel, die fein säuberlich aufgestapelt dalagen. Auch hier schien nichts zu fehlen. All ihre Waffen waren noch da.
Der Dunkelelb schlug die Decke beiseite und stand auf. Erst jetzt fiel ihm auf, dass sie sich in einem runden Raum befanden. Das Wort Raum war wohl übertrieben. Die Wände bestanden eigentlich nur aus einer Vielzahl von schlanken, eng aneinander stehenden Baumstämmen. Größtenteils waren es Birken, die hier wuchsen, vereinzelt erkannte Aduial aber auch einige junge Eichen, Kastanien und Buchen, die sich ineinander verrankten und somit ein dichtes Netz aus Blättern, Ästen und Zweigen bildeten. Er ging auf die Wand zu und blieb dicht davor stehen. Dann streckte er die Hand aus, um die Wand zu berühren, doch eine plötzlich ertönende Stimme hinter ihm ließ ihn zurückschrecken. „Berühre die Bäume nicht. Sie würden es dir übel nehmen.“
Aduial fuhr herum und erstarrte. Hinter ihm stand eine junge Frau. Aber sie sah trotz ihrer jungendlichen Frische auffallend anders aus. Ihre Haut war nicht rosig, sonder von einem hellen Lehmton. Feine Linien zogen sich wie ein dichtes Netz darüber und bildeten ein komplexes Muster. Ihre Augen waren groß und hell und hatten die Farbe von Haselnüssen, ebenso wie ihr Haar. Ihre Kleidung – wenn man das so nennen konnte – bestand ausschließlich aus Blättern. Blätter und kleine gelbe Blüten hatte sie sich auch ins Haar geflochten. Sie wirkte wie ein junger Baum im Frühling. Aduial senkte verlegen den Blick, dann nahm er ihr Lächeln wahr. „Es sind gute Bäume, aber sie können eigenwillig sein, und Fremden misstrauen sie anfangs,“ sprach sie nun weiter.
Ihr Stimme war hell und rein, wie der Wind, der durch die Blätter rauscht. Aduial war fasziniert von ihr. Noch nie hatte er von einem Wesen gehört, dass ihrer ähnlich kam. Natürlich kannte er die Ents, die Baumhirten, große, knorrige Gesellen, die wie alte Bäume aussahen. Aber dieses Mädchen hier wirkte weder groß noch wuchtig, sondern leicht und standhaft, aber auch ein wenig verletzlich. Es dauerte noch eine Weile, bis er seine Sprache wiederfand. „Wer seid Ihr?“
„Ich bin Lyssana, Herrin dieses Hauses.“ Ihr Lächeln schwand. „Ihr und Eure Freunde hattet großes Glück. Die ‚Schwarzen Sümpfe’ geben ein Opfer nur schwer her, wenn sie es haben.“
„Was ist passiert?“
„Diese Sümpfe bergen wie alle Orte Magie. Die Magie kann positiv oder negativ sein und beeinflusst jene, die sich ihr ausliefern, auf gute oder schlechte Weise. Jeder, der in die Sümpfe kommt, wird vom Schlaf übermannt. Je länger sie liegen bleiben, desdo tiefer wird der Schlaf. Nur sehr wenige sind je wieder aufgewacht.“
Aduial jagte ein Schauer über den Rücken. Er erinnerte sich an die bleischwere Müdigkeit, die auf ihm gelastet hatte wie an einen bitteren Nachgeschmack. Er konnte nicht sagen, wie lange sie dort gelegen hatten. Dann dachte er an Sinda und Laurelim und konnte einen besorgten Blick nicht unterdrücken. Lyssana bemerkte dies und meinte mit einer beruhigenden Geste: „Keine Sorge, sie werden bald aufwachen. Ihr wart nicht lang genug dort, um ernsthaft in Gefahr zu geraten. Aber es war knapp.“
„Hab Ihr uns gefunden und gerettet?“ Diese Frage war Aduial die ganze Zeit auf der Zunge gelegen. Nun brach er damit heraus.
Lyssana nickte. „Ja. Ich und meine Schwestern konnten euch rechzeitig auflesen. Die Bäume riefen uns und führten uns direkt zu euch.“
Aduial nickte. Zwar verstand er nicht wirklich, was Lyssana meinte, aber er würde es wahrscheinlich noch früh genug erfahren.
Ein dumpfes Grollen ertönte. Aduial stockte kurz, dann wurde er rot im Gesicht. Sein Magen hatte sich zu Wort gemeldet. Jetzt erst bemerkte er den nagenden Hunger tief in seiner Magengrube. Sie hatten seit ihrem Aufbruch aus dem Wirtshaus nichts mehr gegessen. Lyssana quittierte auch dies mit einem Lächeln. „Im Nebenzimmer stehen Speis und Trank für euch bereit. Kommt mit und esst. Ihr müsst wahrlich hungrig sein.“
Aduial überlegte kurz ob er warten sollte, bis Sinda und Laurelim aufgewacht waren, doch dann entschied er sich dafür, Lyssana zu folgen. Sie führte ihn in einen Nebenraum, der ein wenig größer war als ihr Schlafzimmer. Hier waren die Wände ebenfalls aus Baumstämmen, die Decke aus Laub und Ästen. In der Mitte des Raumes befand sich ein zierlicher Tisch, auf dem allerlei Schüsseln und Teller standen. Der Geruch von frischem Brot und Obst drang Aduial in die Nase, was seinen Hunger nur verstärkte. Er warf noch einmal einen dankbaren Blick zu Lyssana, dann setzte er sich und griff herzhaft zu. Eine ganze Weile lang war er nur mit Essen beschäftigt. In einem Krug, der auch auf dem Tisch stand, befand sich eine klare Flüssigkeit, die wie Wasser aussah. Sie schmeckte jedoch würziger und ein wenig süßlich und war ein wahres Wundermittel. Schon nach den ersten Schlücken spürte Aduial, wie neue Lebenskraft durch seine Adern floss.
Lyssana sah im schweigend zu, bis er seine Mahlzeit beendet hatte. Dann wandte er sich mit einer Frage an sie: „Was ist überhaupt aus unseren Reittieren geworden?“
„Ihnen geht es gut. Sie waren sehr erschöpft, aber nun haben sie sich ausgeruht. Sie sind übrigens draußen auf den Wiesen.“ Lyssana ging zu einem Baumstamm und legte eine Hand auf die glatte Rinde. Wie durch einen lautlosen Befehl bog sich der Baumstamm ein wenig zur Seite und gab durch den Spalt den Blick nach draußen frei. Aduial konnte die drei Pferde sehen, die ausgelassen über eine saftige, grüne Wiese galoppierten. Lyssana legte erneut die Hand auf den Stamm und er bog sich wieder in seine ursprüngliche Position zurück. „Danke für alles,“ ergriff nun Aduial das Wort.
Lyssana schritt auf ihn zu und nahm seine Hände in die ihrigen. Aduial war ein wenig überrascht. Er hatte damit gerechnet, dass sich Lyssanas Haut wie die Rinde eines Baumes anfühlen würde, doch sie war glatt und warm und weich. Ernst blickte sie ihm in die Augen. Aduial fiel auf, das ihre haselnussbraunen Augen von goldenen Sprenkeln durchzogen waren. Auf unbeschreibliche Weise wirkten ihre Augen so tiefgründig und weise wie die eines Jahrhunderte oder Jahrtausende alten Wesens, gleichzeitig aber so unschuldig und jung wie die eines Neugeborenen. Dies waren die verwunderlichsten Augen, in die der Dunkelelb jemals geblickt hatte. „Schon lange weiß ich von eurer Mission, Aduial, Athials Sohn, denn auch wir fühlen den drohenden Schatten. Vielleicht sogar noch mehr als andere, denn wir sind Geschöpfe aus reiner Magie. Auch wir haben bereits angefangen, uns zu verändern. Unser Licht verblasst langsam, ebenso wie das deine und das aller Geschöpfe in Mittelerde. Vielleicht wird dies die letzte Hilfe sein, die ihr auf eurer Reise von einem Wesen erhaltet.“ Lyssanas Stimme hatte einen traurigen Unterton.
Aduial schmerzte es auf sonderbare Weise, das Mädchen so niedergeschlagen zu sehen. „Kopf hoch, Lyssana. Ich werde eine Lösung finden, das verspreche ich Euch.“
„Ihr habt viele Gefahren hinter euch, Aduial, und noch viele werden auf euch lauern. Eure Träume sind düster, deine und die deiner Gefährten. Es wird eine harte Probe werden für die Stärke deines Herzens und deinen Glauben, junger Avari.“
Aduial nickte. Er fragte sich in diesem Moment nicht einmal, warum sie so vieles über ihn wusste, obwohl er ihr nichts von sich erzählt hatte. Sein einziger Gedanke bestand darin, Lyssana, Sinda und Laurelim zu beschützen und Mittelerde vor den Klauen des namenlosen Grauens zu befreien. Zum ersten Mal seit seinem Aufbruch spürte er neuen Mut und das Gefühl, nicht alleine zu kämpfen. Lyssana ließ eine Hand los, mit der anderen hielt sie ihn jedoch fest und führte ihn zur Tür. „Komm, deine Freunde müssten inzwischen aufgewacht sein.“
Tatsächlich fanden sie Sinda und Laurelim beide aufrecht sitzend auf ihren Lagern vor. Der Elb und die Elbe bestaunten eben ihre seltsame Umgebung. Aduial lächelte still. Er war froh, seine Gefährten wohlauf zu sehen. Sinda wirkte noch ein wenig erschöpft und über Laurelims Stirn zog sich ein dünner, langer Kratzer, den er sich wahrscheinlich bei dem Sturz zugezogen hatte, aber ansonsten ging es ihnen gut. Die Wunde war nur oberflächlich und war bereits von fachkundigen Händen behandelt worden, so dass sie in wenigen Tagen verschwunden sein würde. „Seid willkommen im Hause der Dryaden, Sinda aus Bruchtal und Laurelim, Landirs Sohn aus Düsterwald. Und auch dich, Aduial aus Angmar heiße ich herzlich willkommen.“
Aduial war der merkwürdige Blick, mit dem Laurelim die Dryade musterte, als er sie ebenfalls begrüßte, nicht entgangen. „Wir sprechen Euch unseren tiefsten Dank aus, Herrin. Ohne Euch hätten uns wohl die Sümpfe verschlungen.“
„Wohl wahr. Aber lasst uns hier nicht von dem Schrecken sprechen, der euch fast heimgesucht hätte. Hier seid ihr in Sicherheit.“ Mit einer Geste deutet sie auf die Tür. „Meine Schwestern und ich haben eine Kleinigkeit für euch vorbereitet. Euch soll es hier an nichts fehlen.“
Laurelim und Sinda dankten mit einer tiefen Verbeugung, dann gingen sie in das Nebenzimmer und fielen heißhungrig über das Essen her. Aduial schaute schmunzelnd zu. Seine Gefährten mussten ebenso ausgehungert sein, wie er es gewesen war. Als sie endlich fertig waren, lehnte Laurelim sich zurück, streckte seine langen Beine aus und sah Lyssana mit einem prüfenden Blick an. „Gestattet mir eine Frage: Ihr sagtet vorhin, dass Ihr und Eure Schwestern zu den Dryaden gehören. Ich habe noch nie von solchen Geschöpfen gehört. Erlaubt mir die Bitte, mehr über Euch zu erzählen.“
„Gerne, Laurelim, aber versprecht mir vorher über das, was ihr hören werdet, zu schweigen.“
„Ich verspreche es.“
„Wir Dryaden sind Baumwesen, die bereits seit der Entstehung der Welt hier wandeln. Wir sind älter als alle Elben, Menschen und Orks zusammen. Einst lebten wir in den Wäldern Mittelerdes, wo wir Entfrauen genannt wurden.“
Laurelim fiel die Kinnlade nach unten. Auch Sinda blickte Lyssana mit einer Mischung aus Erstaunen, Ehrfurcht und Ungläubigkeit an. Aduial runzelte die Stirn und musterte die Dryade noch einmal. Merkwürdig, warum war ihm dieser Gedanke vorher nicht gekommen? Jetzt dämmerten ihm die Geschichten über die Ents und den Weggang der Entfrauen. Seitdem waren die Ents auf der Suche nach ihnen. Laurelim schüttelte den Kopf. „Ich kann meine Ohren nicht trauen, und doch scheint es wahr zu sein. In ganz Mittelerde erzählt man sich, dass sie Entfrauen vor langer Zeit weggegangen sind. Die einen sagen, sie wären in den Westen gegangen, wieder andere behaupten, sie wären auf dem Weg dorthin umgekommen, und wieder andere erzählen ganz andere Geschichten. Was ist nun wahr davon?“
„Alles und nichts. Wir Entfrauen gingen fort und blieben da. Wir leben dort, wo unsere Herzen ruhen.“
„Aber warum kehr ihr nicht zu den Ents zurück? Sie werden aufhören zu existieren, wenn ihr nicht zu ihnen geht,“ sagte Sinda nun, während sie Lyssana anblickte.
„Keine Angst, junge Elbe. Wenn der rechte Zeitpunkt gekommen ist werden wir zurückkehren. Du bist im Vergleich zu uns noch jung, und dein Leben ist in unserem nur ein flüchtiger Augenblick. Was bedeutet schon Zeit für uns? Lasst euch das Herz nicht schwer werden. Solange es noch ein Krümelchen Erde und ein Samenkorn gibt, wird es stets neues Leben geben.“ Sie lächelte Sinda zu, doch es wirkte traurig.
„Ja, aber bald wird es kein Leben mehr geben, das keimen kann, wenn wir uns nicht beeilen,“ warf Laurelim düster ein.
„Er hat recht“, mischte sich nun Aduial wieder ein, „wir müssen weiter. Das Schicksal vieler steht nun auf dem Spiel, das habe ich begriffen.“
Lyssana nickte wieder. „Wenn das euer Wille ist, dann könnt ihr gehen oder bleiben wann ihr wollt und wie lange ihr wollt.“ Sie ging zu Sinda, streckte die Hand aus und berührte flüchtig mit dem Zeige- und dem Mittelfinger ihre Stirn. Das selbe tat sie bei Laurelim und Aduial. „Der Segen der Dryaden möge euch auf eurem Weg begleiten und beschützen. Nehmt euch von nun an vor allen in Acht, die euch begegnen. Nun seid ihr auf euch allein gestellt. Eure Mission wird schon bald auf des Messers Schneide stehen, aber ihr werdet erfolgreich sein, wenn ihr nur an euch glaubt.“
Noch einmal winkte die Dryade ihnen zu, dann begann sie sich in einem grüngoldenen Funkenregen aufzulösen, ebenso wie ihre Umgebung. Binnend Sekunden war das Haus aus Bäumen und die Räume verschwunden, und Aduial, Sinda und Laurelim standen nun am Rande des Sumpfgebietes. Eine weite, grüne Ebene erstreckte sich vor ihnen, und eben brachen die ersten Sonnenstrahlen eines jungen Morgens über den Horizont. Hinter ihnen raschelte es. Alle drei fuhren gleichzeitig herum und sahen, wie Gwairon, Alfiriel und Talagos aus dem Gebüsch getrabt kamen. Gwairon stieß ein helles, freudiges Wiehern aus, trabte zu Aduial und rieb seine Nüstern gegen dessen Handrücken. Er war froh, seinen Herren wohlauf zu sehen. Auch Aduial erfühlte der Anblick des treuen Tieres mit Freude. „War das ein Traum, oder war es Wirklichkeit?“ fragte Aduial leise, ohne jemanden bestimmten anzusprechen.
„Sollte es ein Traum gewesen sein, so haben wir wohl alle das gleiche geträumt,“ antwortete Sinda schließlich.
Aduial trat auf sie zu und zupfe vorsichtig ein Blatt aus ihren Haaren. Es war von leuchtender, grüner, leicht goldglänzender Farbe und konnte unmöglich von den niedrigen, verkrüppelten Bäumen stammen, die sogar hier am Rande des Sumpfes wuchsen. Einen kurzen Moment blieb es zitternd auf seiner Handfläche liegen, dann löste es sich in einem kleinen Funkenregen auf. „Nein, es war kein Traum.“
Aduial blickte dem Blatt eine Weile nach und erinnerte sich an das Versprechen, dass er Lyssana gegeben hatte. Er würde es halten, das wusste er. Er konnte sich nur undeutlich daran erinnern, was sie gesagt hatte, aber ihre Worte waren in seinem Herzen fest verschlossen, so dass er sie nicht verlieren konnte. Als er in Sindas und Laurelims Augen blickte, konnte er erkennen, dass es den beiden ebenso ging. „Wir sollten keine Zeit verschwenden,“ meinte Laurelim und blickte nach Osten. „Kommt, lasst uns die Pferde satteln.“
Als Aduial die Satteltaschen aufnahm merkte er, dass sie merklich schwerer geworden waren. Er öffnete eine und fand zu seiner Überraschung frisches Obst, leichtes, in große Blätter eingeschlagenes Brot und einen kleinen Schlauch mit der Flüssigkeit, die die Dryaden zu der Mahlzeit gereicht hatten. Der Anblick der Speisen ließ ihn fast ein wenig überschwänglich werden. Es war ein gutes Gefühl, genügend Proviant dabei zu haben. Im Stillen dankte er der Entfrau noch einmal. Auch Sinda und Laurelim fanden in den Taschen ihrer Sättel das selbe. Für eine Weile würden sie damit auskommen.
In Windeseile hatten sie die Pferde gesattelt. Aduial schenkte dem dunklen Sumpf, der nun etwa hundert Schritte hinter ihnen lag, noch einen letzten Blick, dann schwang er sich auf Gwairons Rücken. Der Hengst war ebenfalls frisch ausgeruht und strotzte geradezu vor Energie. „Auf geht’s, mein Guter.“
In lang gestrecktem Galopp preschten die drei Reiter über die Wiesen in den jungen Sonnenaufgang hinein.

(Ramona)