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Der Roman „Angmar“
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Der Untergang Númenors
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Zeittafel




Prolog

„Liv?“ - „Ja, Elijah?“ - „Wir sind im Arsch!“ - „Ich weiß.“



Fahles Licht schien durch die Fenster des Wohnwagens und erleuchtete den Raum.
Die Figur im Bett knurrte kurz und zog sich die Bettdecke über den Kopf, seufzte zufrieden und wurde wieder still. Bis die Stille von einem ohrenbetäubend schrillen Geräusch zerschnitten wurde. Die Gestalt im Bett setzte sich abrupt auf und schaute gehetzt um sich, dann stöhnte sie laut auf und fiel zurück ins Bett.
„Diese verdammten Wecker, jetzt kann ich nicht mehr schlafen!!!“, knurrte Elijah Wood, Kinderstar Hollywoods und zurzeit Darsteller des Frodo Beutlin im wohl größten Filmprojekt aller Zeiten.
Die junge Gestalt schälte sich aus dem Gewirr von Bettlaken, ging zum Waschbecken an der Wand und schaute missmutig in den darüber hängenden Spiegel. Er hatte einen verdammten Kater. Hätte er sich doch gestern nur nicht von Orlando und Billy überreden lassen mit ihnen in diese Bar zu gehen. Naja, jetzt konnte er es auch nicht mehr ändern, muss sich halt die Visagistin drum kümmern. Und heute auch noch Reiterszenen an der Bruinenfurt, na das konnte ja noch lustig werden, wo waren eigentlich seine Kontaktlinsen?
Er tastete sich durch den Wohnwagen, stieß zwischendurch einen Stuhl auf dem ein Haufen CDs gelegen hatte um, stolperte über seine gestern Nacht achtlos weggeworfenen Klamotten und schaffte es sogar irgendwie eine herumliegende Puppe zu köpfen, Scheiße! war das Ally Astins gewesen? Schließlich fand er das Objekt seiner Begierde in der Spüle, wie oder warum seine Kontaktlinsen dahingelangt waren, war ihm völlig schleierhaft. Als er die Schachtel mit den Kontaktlinsen zwischen den dreckigen Tellern, Tassen und Gläsern herausgefischt hatte und sich aufrichten wollte, knallte er prompt mit seinem Kopf, der sich ohnehin schon wie ein zu prall aufgeblasener Luftballon anfühlte, an das Regal über der Spüle und er sah Sterne vor seinen Augen tanzen. Als er vor Schmerz zusammengezuckt war, hatte er die Schachtel fallen lassen, also das ganze Theater noch mal von vorn.
Nachdem er sie unter einem Teller mit eingetrockneten und undefinierbaren Essensresten wieder fand, schaute er auf die Uhr. „Scheiße! Nicht schon wieder, Peter wird mich umbringen!“, fluchte Elijah, als er sah, dass er schon seit einer Viertelstunde am Set sein sollte.
In Rekordzeit zog er sich an, wobei er allerdings sein Hemd falsch zuknöpfte. „Mist“, grummelte er, als er das Hemd richtete, „ein T-Shirt wäre viel praktischer gewesen, aber so dreckig wie die alle sind könnten sie ja schon fast von alleine stehen!“
Nachdem er seine Schlüssel aus Livs Schminktäschchen geholt hatte, „HÄH? Livs Schminktäschchen? Was macht DAS denn hier? Ach so, das hatte sie vorgestern hier liegen lassen, komisch das sie es noch nicht vermisst. Am besten ich nehme es einfach mit.“
Mit diesen Worten knallte er die Tür hinter sich zu und rannte zum Set runter.




Vögel zwitscherten in den Bäumen über ihnen. Das Gras duftete frisch und die Bäume um sie herum standen in voller Blüte. Langsam beugte sich der große Schatten nach vorne und küsste sie lange und sinnlich. Die Welt verschwamm vor Glückseligkeit vor ihren Augen. Hach! seufzte sie. „Schnitt!!! Liv, was machst du da eigentlich für einen Scheiß, du bist raus. Ich glaub’s nicht, aber so etwas habe ich ja noch nie gesehen!“ Und sie schrie.
Mit einem Ruck fuhr sie im Bett hoch. Nur ein Traum, Schätzchen, nur ein Traum. Ganz ruhig. Immer noch nervös um Atem ringend stand Liv Tyler, Filmveteranin und zurzeit als Arwen Undomiel bei den Dreharbeiten zum wohl größten Filmprojekt aller Zeiten, auf und zog sich an. Wie in Trance bewegte sie sich durch den Raum und kam schließlich vor dem Spiegel zum Halt. Sie wusch sich das vom Schlaf gezeichnete Gesicht am Waschbecken und griff dann schließlich zu ihrem roten Lippenstift an seinem angestammten Platz am rechten Rand des Spiegels. Ihre Hand tastete eine Weile und ergriff schließlich das gewünschte Objekt. Während sie ihn auftrug, ließ sie ihre Gedanken wandern.
‚Hmm, so ein Mann, so was wie Legolas oder Haldir, aber ich frag mich wie Arwen jemals Aragorn nehmen konnte, jeder Elb ist hübscher und dann noch diese Bartstoppeln, hm, Frodo wäre ja au nicht – He der Lippenstift riecht irgendwie komisch, warte mal – RIECHEN?! Seit wann stinken Lippenstifte???’
Entsetzt blickte sie erst auf ihre Hand, dann in den Spiegel, schließlich wieder auf ihre Hand. Sie hielt einen hellgrünen „Edding“-Textmarker in der Hand und erst ihr Mund! Mit einem entsetzten Schrei fuhr sie auf, griff sich das nächst beste Tuch und fing heftigst an die Farbe von ihren Lippen zu scheuern. Wo war der verdammte Lippenstift? Nach ein paar panisch-suchenden Blicken kam ihr langsam die Erkenntnis. Und wo war eigentlich ihr Schminktäschchen??? Liv seufzte, und ihre Lippen? Naja, musste sich halt die Visagistin drum kümmern.
Als sie ihren alten Samthut mit dem Spitzenschleier aufgesetzt hatte, damit nicht gleich jeder ihre grünen Lippen bemerkte, schnappte sie sich noch ihre Gummiohren und ging runter zum Set.




Am Set
„Hi Liv“, begrüßte Orlando sie, „wieso trägst du denn heute diesen Spitzenhut?“
„Ach weißt du Orlando, ich hatte heute einfach mal Lust diesen Hut zu tragen.“
„Hey, hast du einen neuen Lippenstift ausprobiert? Der Neue sieht so schön hellgrün aus, wie ein Birkenwald im Sommer.“
‚Oh Scheiße, ist der Schleier doch nicht so lang wie ich ihn in Erinnerung hatte? Ich hätte doch noch mal in den Spiegel schauen sollen, bevor ich den Wohnwagen verlassen habe. Naja, ist jetzt schließlich auch zu spät.’
„Ja, weißt du, ich fand dieses Rot langsam langweilig und wollte mal wieder was Neues ausprobieren. Weißt du eigentlich wo Elijah ist?“
„Lij? Nö, der ist nicht hier, hat bestimmt wieder verpennt, also dann…“ und er stapfte davon.
‚Na klar. Elijah muss verpennt haben, wie sollte es auch sonst anders sein. Na dann auf zu unserer Visagistin, die wird sich freuen!’




‚Trallala, ganz einfach weiter laufen, da vorne ist schon P.J. Oops, er sieht sauer aus. Und da steht Liv, was hat sie mit ihren Lippen gemacht, ist sie krank? Arme Liv.’
Elijah stolperte auf Liv zu, das Schminktäschchen fest an die Brust gepresst als wäre es sein Herz. Morgen würde er das Gespött am Set sein. Der Junge, der Livs Schminktasche nicht lassen konnte und sie zum Nervenzusammenbruch gebracht hat. Er stolperte weiter, kam schließlich einen Meter vor der erstarrten Liv zum stehen.
„Hier, das hattest du vergessen!“ Er ergriff das Schminktäschchen und drückte es der erstaunten Liv energisch in die Hand, drehte sich schnellstmöglich um und trat fluchtartig ein paar Schritte zurück.
„Äh, Elijah, wie bist du eigentlich an meine Tasche gekommen?“
Lij wurde rot. Es begann an seiner Nasenspitze in blassrosa, dann schließlich über die Wangen hin zu seinen Ohren, bis er nicht mehr von einer Tomate zu unterscheiden war.
„Äh, naja, also, hmm, die hast du vorgestern bei mir liegen lassen, weißt du noch? Als ich dir meine Actionfigurensammlung zeigen wollte.“
„Stimmt ja, du hast Recht, jetzt wo du es sagst erinnere ich mich!“ Liv war total weggetreten und suchte wie wahnsinnig in ihrer Schminktasche nach ihrem Lippenstift.
‚Ah so ein Glück, da ist er ja. Jetzt kann ich dieses schreckliche Grün wenigstens halbwegs übertünchen.’ Jäh wurde sie aus ihren Gedanken gerissen.
„ELIJAH, WO WARST DU JETZT SCHON WIEDER SO LANGE, HAST DU SCHON WIEDER VERSCHLAFEN? JA NATÜRLICH, WAS DENN SONST UND JETZT BEWEG ENDLICH DEINEN LAHMEN ARSCH ZU DER VISAGISTIN!!!“, brüllte P.J. außer sich vor Wut, als er Elijah bemerkte.
Dieser zuckte vor Schreck zusammen und machte sich schleunigst auf zur Visagistin.




Später, am Drehort zur Reiterszene
„So, also alles noch mal von vorn, Tony, du fährst mit deiner Kamera darüber und Orlando, hör gefälligst auf die Statistin anzubaggern, ich brauche dich jetzt für eine andere Einstellung“, verteilte Peter seine Anweisungen. „Liv, Elijah, setzt euch wieder aufs Pferd.“
„Oh, jetzt schon wieder, wir sind doch gerade eben erst abgestiegen!“, murrte Liv und rieb sich dabei ihre schmerzende Kehrseite.
„Jetzt hört auf so rumzumeckern und kommt her. Wir müssen heute noch die Szene von der Bruinenfurt in den Kasten kriegen“, rief P.J. sie zur Ordnung.
Immer noch leise vor sich hin brummelnd stiegen Liv und Elijah auf das Pferd.




„Norolim, Asfaloth, Norolim!“, rief Liv, als sie mit Elijah, der sich wie ein nasser Mehlsack hängen ließ, vor sich im Sattel, durch das kleine Waldstück sprengte.
Neben ihr sauste die Kameraplattform, mit dem Kameramann und Peter Jackson beladen, neben ihr her und hinter ihr preschten neun, als Ringgeister verkleidete, Stuntmänner durch das Gebüsch.
‚Na endlich, da vorne ist endlich dieser blöde Fluss, dass heißt das ich gleich von diesem verfluchten Pferd runterkomme, meine Güte tut mir der Hintern weh! Noch ein kleiner Endspurt und es ist geschafft!’
„Vorsicht Liv“, flüsterte Elijah ihr, möglichst unauffällig, damit die Kamera es nicht mitfilmte, plötzlich zu. „Das Erdloch da vo-„
CRASH!!!
Er sah nichts mehr, alles war schwarz, als ob er in ein Teerfass getaucht worden wäre. Alles fühlte sich schwerelos an, als ob er eine Feder wäre.
‚Oh Mann, kann Liv denn nicht ein einziges Mal aufpassen, jetzt ist sie doch glatt in dieses dämliche Erdloch geritten, wie kann man nur so blöd sein? Wo sind eigentlich meine Beine, meine Arme, wo ist überhaupt mein ganzer Körper?’ Das war das letzte was er dachte, danach fühlte er nichts mehr.

(Yanjara und Idril Carnesîr)